Aktuelles

Aktuelle Termine, Events und Informationen über unseren Verein.

Schachfieber in Altbach - Heiko räumt ab, Can und Romeo punkten kräftig

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von Christian Göppinger am Sonntag 2.9.2018 18:19
Gruppensieger Heiko
Gruppensieger Heiko

Das DWZ Turnier vom SV Altbach - inzwischen bereits in der 14. Auflage - zog vom 31. August bis zum 2. September Schachfreunde aus der gesamten Region an. In Sechsergruppen galt es innerhalb von fünf Runden den ähnlich gewerteten Kontrahenten davonzuziehen, um sich den begehrten Gruppensieg zu sichern. Angesichts der klassischen Turnierbedenkzeit eine willkommene Option sich für die anstehende Mannschaftssaison bereits warm zu spielen. C. Kilinc, R. Walter und H. Krämer gingen hier für Ostfildern an den Start und nutzten das frisch aufgezogene „Schachwetter“ des vergangenen Wochenendes voll aus.

H. Krämer startete mit einer Siegessträhne bärenstark in das Turnier. Seinen ersten drei Gegnern nahm er hierbei gnadenlos die vollen Punkte ab und hielt diese Leistung auch am letzten Spieltag mit einem weiteren Sieg in Runde vier aufrecht. In der Schlussrunde behielt er die Nerven und erreichte mit einem weiteren vollen Punkt 5/5 und somit den unangefochtenen Gruppensieg! Neben dieser Topplatzierung wird er sich über rund 85 DWZ Punkte freuen dürfen.

Für R. Walter lief der Start ebenfalls erfreulich. Direkt in der Startrunde siegte er über einen DWZ-überlegenen 1300er, musste anschließend aber leider auch selbst Punkte abgeben. Runde vier brachte allerdings erneut mit einem krachenden Sieg die Wende, während er mit einer soliden Punkteteilung und somit 2,5/5 das Turnier beendete. Angesichts der guten Leistung wird er sich auf über 1200 DWZ verbessern.

C. Kilinc kämpfte sich nach holprigem Start mit einer soliden Punkteteilung und einem Sieg in Runde drei zurück. Am letzten Spieltag teilte er noch einmal die Punkte und beendete das Turnier dank einem krachenden Abschlusssieg mit 3/5. Dank des starken Schlussspurts werden bald 55 DWZ mehr auf dem Konto verbuchbar sein - und somit ist angesichts der 1768 als neue Zahl die 1800 wieder greifbar näher gerückt.

Auszeichnung durch den Schachverband

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von Christian Göppinger am Mittwoch 18.7.2018 21:45
Verleihung der Silbernen Ehrennadel
Verleihung der Silbernen Ehrennadel
Auch abseits des Jugendschachs gibt es Neuigkeiten, die nicht verschwiegen werden sollten.

Schachfreund Reinhard Krämer begleitet seit Jahren den Vorsitz des Vereins, wirkt darüber hinaus aktiv bei der Gestaltung des Schulschachs mit und ist ebenfalls in der vereinseigenen Jugendbetreuung involviert. Darüber hinaus engagiert er sich für den Schachverband Württemberg als Bezirksleiter Neckar/Fils.

Am 14. Juli wurde er hier im Zuge der erweiterten Präsidiumssitzung in Wernau vom Präsidenten mit der Silbernen Ehrennadel des Schachverbandes ausgezeichnet!

Karlsruhe – Schwimmen im Haifischbecken

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von Christian Göppinger am Montag 16.7.2018 15:19
9. Karlsruher Jugendopen

Mit der spielstarken Mannschaft aus Karlsruhe machte unsere Jugendmannschaft bereits Bekanntschaft. Nun traute man sich furchtlos auf feindliches Gebiet bei einem der größten Jugendturniere in Baden-Württemberg – dem 9. Karlsruher Jugendopen am 14. Juli. Inmitten von 188 Kindern und Jugendlichen hieß es im Turniergetümmel auch gegen die dicken Fische zu bestehen, was sich als keine einfache Aufgabe herausstellte. Für Ostfildern dabei waren hier Tom (U8), Oliver (U12) und Romeo (U12). Insgesamt 7 Runden Schweizer System mit jeweils 20 Minuten Bedenkzeit für Spieler und Partie stellten den Turniermodus dar.

Tom hat offensichtlich nach seiner letzten Turnierteilnahme das Schachfieber auch erwischt. In der U8 spielte er zu Beginn stark auf und sammelte von Partie zu Partie den vollen Punkt ein, konnte diese Schlagkraft allerdings leider nicht über alle sieben Runden beibehalten und belegte schließlich Platz 12. Dennoch bekamen auch hier seine Gegner der ersten Runden einen Vorgeschmack, was sie vermutlich mit Tom in Zukunft erwartet.

In der U12 gestaltete sich das Feld sehr gemischt. Von insgesamt 31 Teilnehmern war rund die Hälfte unter 1000 DWZ oder DWZ-los eingestuft, während vor allem die Karlsruher Jugend sich mit bis zu 1700 DWZ und Heimvorteil bereit machte kräftig auszuteilen. Sowohl Oliver, als auch Romeo waren nicht in der Stimmung Gefangene zu machen und kämpften entschlossen ihre Partien ohne ein einziges Remis aus. Romeo spielte durchaus konstant vorne mit, sammelte hierbei 4 Punkte aus insgesamt 7 Runden ein und erreichte somit Platz 13, ähnlich zu seinem Setzplatz.

Oliver punktete solide Runde für Runde, während ein regelrechter Schwarm an Karlsruher Jugendspielern sich in der Tabelle beim Kampf um das Podium um ihn tummelte. Letztendlich waren es die beiden vor ihm gesetzten Karlsruher, die ihm mit zwei Verlusten einen Strich durch die Rechnung machten, sodass Oliver mit Platz 4 knapp das Treppchen verpasste.

Ausschreibung
Ergebnisse
Teilnehmerliste

Die Vereinsjugend - momentan unaufhaltsam!

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von Christian Göppinger am Sonntag 8.7.2018 19:15
U12-Bezirksjugend-Mannschaftsmeisterschaft – souveräner Abschluss
Das Siegerteam des letzten Spieltages: Ivan, Romeo, Oliver und Valeria
Das Siegerteam des letzten Spieltages: Ivan, Romeo, Oliver und Valeria

Bereits durch alle Vorrunden hinweg pflügte die Jugendmannschaft der U12 mit einem tadellosen Ergebnis ohne eine einzige Punkteteilung, geschweige denn einem Verlust. Am 8. Juli gewann man erneut überzeugend gegen Göppingen mit 3:1 und gegen den RSK Esslingen mit 4:0. Somit belegte die Vereinsjugend hier mit klarem Vorsprung und insgesamt nur einem abgegebenen Brettpunkt den ersten Platz. O. Schwartz, I. Chugunov, L. Zimanovic, R. Walter, D. Sachenko und V. Chugunova waren die fleißigen Punktesammler.

Offizielle Ergebnisse


22. Jedesheimer Jugendturnier

Angesichts der enormen Turnieraktivität der Vereinsjugend fällt es zunehmend schwer hier überhaupt mit der Berichterstattung mitzuhalten. Erneut aktiv im Schachgetümmel und ebenfalls erfolgreich zeigte sich die Jugendtruppe am 2. Juli in Jedesheim bei großartigem Sommerwetter. Insgesamt 106 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 25 Jahren aus Württemberg, Bayern und Vorarlberg waren zugegen beim gedanklichen Kräftemessen.

In der Altersgruppe U8 sammelte T. Schönyan weitere Turniererfahrung und sackte einige saftige Punkte ein, womit er sich Platz 5 sicherte.

Eine Altersgruppe höher stellte sich I. Chugunov seinen insgesamt neun Kontrahenten. Trotz starker Leistung gelang es einem seiner Gegner mit einem halben Punkt Vorsprung noch vorbeizuziehen, womit er hier selbst Platz 2 erspielte.

In der U12 gingen gleich zwei Spieler für Ostfildern an den Start. Mit 18 Spielern war diese Gruppe zahlenmäßig und auch stärketechnisch gut besetzt. Bereits im Vorjahr verpasste O. Schwartz hier knapp den Gruppensieg und auch dieses Jahr stellte sich banges Warten ein, nachdem er sich punktgleich mit 5,5 Zählern die Führung mit einem Kontrahenten teilte und die Feinwertung die Entscheidung brachte – dieses Mal für Oliver! Glückwunsch!

Mannschaftskamerad und in dieser Gruppe zugleich Kontrahent R. Walter spielte ebenfalls stark mit und sicherte sich mit 4,5 Punkten Platz 6.

Offizielle Ergebnisse

Die Sommerpause nähert sich

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von Christian Göppinger am Sonntag 8.7.2018 13:48
Langsam aber sicher setzt sich der Sommer voll durch und damit rücken die Schulferien ebenfalls kontinuierlich näher.
Nicht nur die Schüler gönnen sich über die Ferienzeit etwas Erholung – auch das Schachspiel legt wie üblich eine kleine Verschnaufpause ein, zumal die Vereinsräume „An der Halle“ vom 27. Juli bis zum 26. August nicht bespielbar sind. Somit entfällt für diesen Zeitraum der Spielbetrieb gänzlich. Während den übrigen Sommerferien vom 26. Juli bis zum 8. September pausiert das Jugendtraining. Der Spielabend findet jedoch außerhalb der Schließzeit statt, sodass alle besonders Schachhungrigen sich dennoch etwas am Brett austoben können.

Großkampftag in Altbach

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von Christian Göppinger am Montag 2.7.2018 10:56
Ein Teil der Vereinsjugend in Altbach
Ein Teil der Vereinsjugend in Altbach
Gruppensieger Florian
Gruppensieger Florian
Gruppensieger Olaf
Gruppensieger Olaf
Nach großen Erfolgen in der nicht allzu fernen Vergangenheit nahm unsere Jugendabteilung am 30. Juni Altbach ins Visier. Hier bot sich die Möglichkeit an einem Tag Turnierluft zu schnuppern, gleich nach den Siegerrängen zu greifen, einfach die eigene Wertungszahl etwas aufzubessern oder erste Turniererfahrungen zu sammeln. Somit war für jeden und jede Spieler/in etwas dabei, sodass sich ein regelrechtes Großaufgebot von unserer Seite mit 14 Spielern am Turnier beteiligte!

In der WAM bekamen es die Jugendlichen mit DWZ-ähnlich gesetzten Spielern in Kleingruppen zu tun. In Gruppe 2 spielte C. Kilinc solides Schach, woran sich seine im Schnitt überlegenen Gegner die Zähne ausbissen. Mit drei Remis bedeutete dies ein Platz im Gruppenmittelfeld, aber dennoch ein DWZ Zugewinn von 9 DWZ-Punkten. Nicht fernab dessen spielte P. Maag in seiner ebenfalls stark besetzen Gruppe gut mit und erreichte am Ende mit zwei Punkten den zweiten Platz und verbesserte sich um rund 30 DWZ. O. Grube war in seiner Gruppe als Favorit gesetzt und wurde dieser Rolle mit deutlicher Dominanz und vollen drei Punkten aus drei Runden gerecht, was ihm den Gruppensieg und nahezu volle 100 DWZ mehr sicherte und nun an den 1600 kratzt! I. Chugunov war als DWZ Joker in seiner Gruppe gesetzt - objektiv also deutlich überlegene Gegner. Leider kam er nach einer unglücklichen Auftaktniederlage nicht mehr richtig ins Turnier - ein Glück für seine Gegner. Dennoch nahm er seinen Kontrahenten noch eine Punkteteilung ab. F. Dörr legte in der letzten Zeit deutlich an Spielstärke und Motivation zu, was sich weiterhin in starken Turnierergebnissen zeigt. Als DWZ-Schwächster in seiner Gruppe sorgte er erneut für Erstaunen seiner Gegner, als er mit 2,5 Punkten den Gruppensieg einholte und nun auch die 1200 DWZ Marke durchbrochen hat!

Beim WJPT galt es für insgesamt neun Spieler/innen ohne vorherige Turniererfahrung das erste Mal Schachturnierluft zu schnuppern. Trotz starken Leistungen musste man sich das ein oder andere Mal der Erfahrung der Kontrahenten geschlagen geben, doch insgesamt konnte jede(r) etwas aus dem Turnier mitnehmen.

D. Sachenko (3/5), A. Marx, S. Schuler, L. Denstorff, T. Schönyan und V. Chugunov (jeweils 2/5) ließen die Gegner schwitzen, während auch A. Argyropoulos, R. Pfeiffer und F. Laipple bereits die ersten Siege feiern konnten!

Insgesamt ein schönes Turnier mit einer Menge Spass am Schachspiel und ein guter Einstieg für die Vereinsjugend. Wir sind auf die zukünftigen Entwicklungen gespannt!

Offizielle Ergebnisse

Schachjugend im Einsatz - BW Endrunde U12 - Qualifiziert zu den Deutschen Meisterschaften!

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von Christian Göppinger am Sonntag 24.6.2018 16:04
Vom 22. Juni bis zum 24. Juni trafen die U12 Mannschaften aus Ostfildern, Bebenhausen, Hohentübingen, Karlsruhe, Neureut und Walldorf bei der Baden-Württembergischen Endrunde 2018 in Ortenberg aufeinander.
Bereits vor Turnierstart war klar, dass es eine anspruchsvolle Aufgabe sein wird im starken Feld sich zu behaupten und die erfolgreiche Qualifikation auszukämpfen.

Die erste Runde begann mit einem krachenden 4:0 Auftaktsieg gegen den SV Walldorf sehr erfreulich und knüpfte direkt an die Traumergebnisse der jüngeren Vergangenheit an. In der Folgerunde leisteten die Gegner vom SF Neureut deutlich mehr Widerstand, doch auch hier hatte unsere Jugendmannschaft am Ende mit 2,5:1,5 die Nase vorn. In der dritten Runde bekam man es schließlich mit den KK Hohentübingen zu tun. Trotz hartem Kampf und vier entschiedenen Partien endete die Begegnung mit 2:2 im Remis. Die vierte Runde gegen Bebenhausen sollte nicht einfacher werden und ein hochspannendes Duell entbrannte, aus dem leider die Gegner mit einem 1,5:2,5 siegreich hervorgingen. In der letzten Runde bekam man es schließlich mit dem Favoriten Karlsruhe zu tun, der gegen Bebenhausen, Hohentübingen und Walldorf 4:0 gewann und gegen Neureut mit 2,5:1,5 siegte, was bereits den Titel sicherte.

Somit ging es für uns primär noch um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Auch gegen Karlsruhe wurde eine zäh umkämpfte Runde ausgetragen, die mit 3:1 für den Favoriten ihren Abschluss fand. Dank den beiden Remis gegen Karlsruhe und der Niederlage der KK Hohentübingen in der Endrunde bedeutete dies jedoch dennoch Platz 3 für Ostfildern, was für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft ausreichend ist! Die Deutschen Meisterschaften finden vom 26. Dezember bis 30.Dezember in Magdeburg statt!

Oliver (2 P), Ivan (3,5 P), Leon (2 P) und Romeo (3,5 P) spielten konzentriert durch die Runden und punkteten zuverlässig, was sich in einem starken Brettpunktestand zeigte.

Die vorläufige inoffizielle DWZ Auswertung verdeutlicht die guten Einzelleistungen. Vor allem für Ivan und Romeo lohnte sich das Turnier, während Oliver und Leon leichte Einbußen hinnehmen mussten.

Offizielle Ergebnisse

Runde 11 - Absoluter Irrsinn in der Endrunde - 4. Niederlage im Sweschnikow mit 11. c4

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von Christian Göppinger am Samstag 26.5.2018 12:38
1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 e5 6. Ndb5 d6 7. Bg5 a6 8.
Na3 b5 9. Nd5 Be7 10. Bxf6 Bxf6 11. c4 b4 12. Nc2 a5 13. Qf3 Bg5 14. h4 Be7 15.
g4 Be6 16. c5 Na7 17. Nce3 Rc8 18. cxd6 Bxd6 19. Nf5 Bxf5 20. gxf5 Rc2 21. Qg3
Kf8 22. Rg1 Rg8 23. f6 g6 24. Qg5 Qc8 25. Qh6+ Ke8 26. Rb1 Bc5 27. Rg2 Qh3 28.
Qxh7 Kd8 29. Qh6 Ke8 30. Rd1 Bd4 31. Rc1 Rxb2 32. Qh7 Rf8 33. Qg7 Qf3 34. Rc8+
Kd7 35. Rc7+ Ke6 36. Re7+ Kd6 37. Re6+ Kd7 38. Rd6+ Kxd6 39. Qxf8+ Kc6 40. Qe8+
Kb7 41. Qd7+ Kb8 42. Qd6+ Kb7 43. Ba6+ Ka8 44. Nc7+ Kb8 45. Nb5+ Ka8 46. Qd8+
Nc8 47. Qxc8# 1-0


Olivers Partie
Endstand U12

Die DJEM endete am 26.05. mit der letzten Spielrunde in der U12. Olivers Ergebnis ließ außergewöhnlich lange auf sich warten, sodass es sich vermutlich um eine lange, ausgekämpfte Partie handeln musste - die Oliver leider verlor.

Ein Blick und die komplizierte Partie zeigt viele deutliche Fehler beider Seiten, sodass die Bewertung mehrfach eine absolute 360gradwende hinlegte. Aber eines nach dem anderen.

Olivers Gegner hatten früh im Turnier das Kryptonit gefunden – in Form von 11. c4 im Sweschnikowsizilianer. Auch in der letzten Runde des Turniers hielt Oliver an seiner Vorbereitung fest, womit beide Spieler wieder die typische Stellung nach 12. .... a5 erreicht. Olivers Gegner wählte die drittbeliebteste Fortsetzung 13. Df3, die nach schwarzem 13. … Le7 keine besonders gute Ausbeute in der Praxis für Weiß zeigte. Allerdings wählte Oliver mit 13. … Lg5 eine Variante, in der Weiß sehr gute Resultate in der Meisterpraxis erzielte, dank dem energischen Vorstoß 14. h4!, der direkt die Läuferposition hinterfragt und damit argumentiert, dass der schwarze Läufer zwar aktiv aussieht, aber effektiv nichts angreift und nur in die Luft „starrt“, womit er zum Tempogewinn für einen Angriff und Raumgewinn genutzt werden kann. 15. g4 hingegen war sehr direkt und vermutlich ungenau, da Schwarz den h4 schlagen kann und Weiß vermutlich (zu) wenig konkret für den Bauer vorweisen kann. Oliver machte stattdessen einen gesunden Entwicklungszug und ließ sich nicht auf Komplikationen ein.

Sein Gegner bestand aber Säbelrasselnd darauf und griff mit 16. c5 erneut daneben, da zum einen das einfache menschliche Schlagen okay für Schwarz sein sollte, während die Engine mit 16. … Tb8 liebäugelt. Oliver spielte stattdessen ein etwas fragwürdiges Springermanöver mit 16. … Sa7, ähnliche Umgruppierungen im Sweschnikow brachten ihn in vorherigen Partien bereits in große Schwierigkeiten und nach dem nächsten positionellen Fehler 19. … Lxf5?, der den starken weißfeldrigen Läufer abgab, hatte Weiß einen starken Springer auf d5, allgemein die besseren Leichtfiguren und gute Aussichten auf der offenen g-Linie.

Sweschnikow ist eine sehr schwierige Variante für Schwarz und vermutlich mit ein Grund (nicht die Variante selbst, die gesund ist, aber die Komplexität der Stellungen, die sehr schwer zu verstehen und zu handhaben sind) für Olivers Probleme mit Schwarz. Nach den nächsten Zügen hat Weiß direkt starken Vorteil und Angriff, der schwarze König steckt merkwürdig auf f8 fest, während dadurch der Turm h8[b][/b] vorerst als Zuschauer limitiert bleibt und Weiß direkt mit 22. f6! auf Gewinn spielen kann, da 22. … gxf6 bärenstark mit 23. Tg1 beantwortet wird, wonach sich die Weiße Dame fröhlich ins schwarze Lager stürzt z.B. 22. f6 g7xf6 23. Tg1 Ke8 24. Dg7 Tf8 25. Sxf6+ Ke7 26. Td1 mit komplexer Gewinnstellung, die allerdings noch verwertet werden muss. 22. … g6 läuft direkt in 23. h5, was konkret die Drohung h5xg6 f7xg6 Dxg6! besitzt, da nach dem zurückschlagen der Dame der Turm verloren geht mit Schach und durch den f6 die schwarze Dame nicht mehr zu decken ist und ebenfalls verloren geht. 22. … Tg8 ist vermutlich der beste Versuch, wonach aber 23. Dg5! eine Abzugdrohung aufstellt, während nach 23. … Db8 24. Ld3 folgt, Tc5 und 25. Tg1! mit starkem Angriff.

In der Partie wurde jedoch nicht 22. f6! gewählt, sondern der ebenfalls starke, natürliche Zug 22. Tg1 und nach 22. … Tg8 und 23. f6 ist die oben kurz angesprochene Variante über Zugumstellung auf dem Brett. Der weiße Zug 24. Dg5 war etwas ungenau, zuerst den schwarzen Turm mittels 24. Ld3 zu befragen oder den eigenen Turm durch 24. Td1 zu aktivieren hätte Schwarz noch konkreter und Druck gesetzt. Oliver verteidigte sich in den Folgezügen sehr stark und genau, wonach Weiß zwar noch angenehmer steht, Schwarz aber ebenfalls die Chance auf ein Stück vom Kuchen hatte.

Mit 27. Dh3?? griff Oliver jedoch stark daneben, da Weiß die exponierte Stellung des vereinsamten Königs nun mit einer kräftigen Mattdrohung ausnutzen kann. 28. Td1! gewinnt für Weiß – die Konkrete Drohung ist hier Dc7#! Nach 28. … Dc7 (um das Matt zu verteidigen) hat Weiß ein wichtiges Tempo gewonnen und nach 29. Dxh7 Tf8 führen viele Wege nach Rom. Am direktesten ist vermutlich 30. h5 mit dem Plan Le2-h5 und Angriff auf den Bauern f7. Komplett in den Berserkermodus darf Weiß nach 29. Dxh7 Tf8 nicht verfallen. Das gefährlich aussehende 30. Txg6?? mit direkten Mattversuchen endet nämlich unerwartet im Matt – von Schwarz ausgeführt! 30. Lxf1# Uuuups!

Soweit kam es allerdings bei weitem nicht, da Olivers Gegner mit 28. Dxh7 ebenfalls fehl trat und die große Chance verstreichen ließ. Nun hätte Schwarz mit dem natürlichen 28. … Tf8 die Stellung ausgleichen können, da die weißen Figuren zwar gefährlich aussehen, aber alle Versuche des Anziehenden abgewehrt werden können.

Ich bin mir nicht sicher, welcher weiße Zug Oliver Sorgen bereitete, doch irgendetwas muss ihn sehr beunruhigt haben, sodass es keinen besseren Ausweg sah als nach 28. …Kd8?? den Turm zu geben, was sofort verliert und sogar konkret im Matt in 11 endet. Sein Gegner schlug den Turm jedoch nicht, sondern spielte 29. Dh6?? was wiederum für Schwarz gewinnt. Sehr merkwürdig und unlogisch – vielleicht liegt hier auch ein Übertragungsfehler der Partie vor und Oliver hatte in Wirklichkeit doch 28. … Tf8 gespielt. In der Textstellung hat Schwarz mit 29. b3! und nachfolgendem Df3! sehr starken Angriff, in dem in Kürze der schwarze Springer noch mit einsteigen wird.

Laut übertragener Partie spielte Schwarz jedoch hier 29. …Ke8?? was erneut komplett verliert nach 30. Td1! Dc8 31. h5, wie früher bereits erörtert. Zeitnot? Übertragungsfehler? Außerirdische? Wir wissen es nicht. 30. Td1 wurde schließlich auch von Weiß gefunden. Olivers Stellung kollabierte objektiv gesehen komplett, nach seinem 30. … Ld4? folgt 31. Txd4! e5xd4 32. Txg6! Df3 33. Txg8+ Kd7 34. Df4 und Weiß hätte Mehrmaterial, weiterhin Angriff und alles unter Kontrolle.

In der Partie folgte stattdessen 31. Tc1? das die Chancen wiederum vergibt und die Stellung ist grob ausgeglichen. Vermutlich waren beide Spieler in großer Zeitnot, denn dieser Partieverlauf hatte mehr mit Glücksspiel als mit Schach zu tun. Den Trend fortsetzend warf Schwarz mit dem nächsten Zug 31. … Txb2?? die Partie wieder weg, allerdings ist die Stellung nach wie vor hoch kompliziert und dieser Gewinn schwer zu sehen, zumal wir die äußeren Umstände nicht kennen.

32. Dg7! gewinnt für Weiß, da nach dem schlagen der Dame Weiß „einfach“ den Bauern umwandelt und gewinnt. Als Mensch die Komplikationen nach 33. … Lc3+ mit wenig Zeit zu lösen ist aber wieder eine andere Geschichte. Der präzise Gewinn besteht in 32. Dg7 Txg7 33. f6xg7 Lc3+ 34. Txc3 Tb1 35. Ke2 Tb2+ 36. Kd1 Tb1+ 37. Kc2 Dxc3 (es droht weißes Umwandeln, schlagen auf f7 und Matt mit Dame und Springer) 38. Sxc3 bxc3 39. g8=D+. Zudem muss noch folgende Variante genau berechnet werden 32. Dg7 Tf8 33. Tc7 Lc3+ 34. Sxc3 Dxc3+ (34. … bxc3 35. Te7+ Kd8 36. Dxf6#) 35. Txc3 Tb1+ 36. Ke2 bxc3 37. Txg6 Sc6 (37. … c2 38. Th6 c1=D 39. Dxf8+! Kxf8 (39. … Kd7 40. Dxf7 Kc6 41. Dd5+ Kb6 42. f7 Dxh6 43. Dd8+ Kb5 44. F8=D) 40. Th8#) 38. Th6 Sd4+ 39. Kd3 Se6 40. Dg1. Wow. Wäre ein Computer wäre Schach so einfach…

Zurück zur Partie nach 31. Txb2?. Weiß sorgte erneut für kompletten „Ausgleich“ mit 32. Dh7. Wer die Partie im Internet mit dem Enginebalken verfolgt hat, sollte spätestens jetzt seekrank sein. Olivers Zug 31. … Tf8 sollte den Ausgleich halten. Wer selbst analysieren möchte kann sich hier gern versuchen. In der Partie blieb alles in Ordnung…kurzzeitig. Oliver spielte 33. … Df3??, was direkt in ein weißes Matt in 3 läuft... Zeit für etwas Eigenarbeit! Hier ein kleiner Tipp:

Thema: Ablenkung, Beseitigung des Verteidigers. Wer das Matt lösen möchte sollte hier sofort aufhören zu lesen.





Lösung: 34. Lb5+! Sxb5 35. Dxf8+ Kxf8 36. Tc8#.

In der Partie – mal wieder – waren die Außerirdischen Invasoren gerade damit beschäftigt mit Laserstrahlen… vermutlich doch eher Zeitnot, aber sicher können wir uns nicht sein. Weiß gab wieder allen Vorteil mit 34. Tc8+ ab, da 34. … Kd7 und Olis stark gespielte Verteidigungszüge nicht ins Matt führen.

Nachdem Weiß allerdings überambitioniert mit 36. Te7+?? wurde wäre erneut (mathematisch in 7 Zügen) Matt für Schwarz möglich gewesen! 36. ... Kd6 37. Te6+ Kxe6 38. Sf4+ exf4 39. Lc4+ Kd7 40. Lb5+ Sxb5 41. Dxb7+ Txf7 42. a3 De2# (gut gemacht Computer auf Rechentiefe 23…, wir sind stolz auf deine intelligente Verteidigung...).

Wie dem auch sei. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund nahm Oliver nach 37. Te6+ nicht den Turm, sondern spielte 37. … Kd7??. Jetzt geht wieder Matt – dieses Mal aber andersherum. Im bin beim schreiben dieser Zeilen inzwischen nahe an der seelischen Verkümmerung und kauere in Embryonalstellung vor dem Bildschirm und betrachte wie die Bewertung fröhlich hin und her hüpft. Außenstehende denken sicher ich schaue gerade ein Tennismatch…

Zurück zur Stellung. Weiß am Zug gibt Matt in 6 Zügen! Und oh Wunder – die außerirdischen Mächte scheinen zu diesem Zeitpunkt den Plan die Erde zu vernichten aufgegeben zu haben, denn Weiß fand das Matt – leider, was für Oliver das Partie- und Turnierende bedeutete. 38. Td6+ Kxd6 39. Dxf8+ Kc6 40. De8+ (40. Da8+ Kd7 41. Db7+ Kd6 42. Dc7+ Ke6 43. De7# war schneller, aber die Partiefortsetzung erfüllte ebenfalls den Zweck).

Ein weiterer sehr harter Verlust für Oliver im Sweschnikow mit 11. c4 in einer absolut wahnwitzigen Partie in der alles und nichts zugleich möglich war und deren äußere Umstände noch mehr interessieren, als die Züge selbst.

Verständlich enttäuschend für Oli, der bei der diesjährigen DJEM zwar einige schöne Erfolgsmomente feiern konnte, aber zugleich sehr viel Frust und Verluste wegstecken musste.

Platz 53 mit 4/11 (Setzliste 45.) wird ihn sicher enttäuschen aber aus Niederlagen lernt man bekanntlich am meisten. Und Sweschnikow wird vermutlich einen „speziellen“ Platz in seinem Herzen einnehmen…

Wir freuen uns ihn hoffentlich zeitnah wieder in heimischen Gefilden anzutreffen und wünschen ihm hoffentlich erholsame restliche Ferien und das Beste für die schachliche Entwicklung. Das Turnier gab gewaltige Möglichkeiten für ihn als Spieler zu wachsen und wir sind uns sicher, dass er mit einer Menge Erfahrung und wir mit einer Menge Einblicke positiv in die Zukunft schauen können.

Runde 10 - Schwartz beginnt, Schwarz gewinnt

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von Christian Göppinger am Freitag 25.5.2018 16:49
1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. d3 Be7 5. c3 O-O 6. O-O d5 7. exd5 Nxd5 8.
Re1 Bf6 9. Nbd2 Re8 10. Ne4 Nb6 11. Bb3 Bf5 12. Nfg5 Rf8 13. Nxf6+ Qxf6 14. Ne4
Bxe4 15. Rxe4 Rad8 16. Rg4 h6 17. Rg3 Kh8 18. Bc2 Ne7 19. Be3 Nf5 20. Rh3 Nxe3
21. fxe3 Nd5 22. Qe2 Qb6 23. Bb3 Nf4 24. Qg4 Nxh3+ 25. Qxh3 Rxd3 26. Re1 Rd2
27. Rf1 Rxb2 28. Qf3 Rd2 29. Qe4 Qc6 30. Qxc6 bxc6 31. Re1 f6 32. h3 Rfd8 33.
Kh2 Rf2 34. Ba4 Rdd2 35. Bxc6 Rxa2 36. Rb1 f5 37. Rb7 e4 38. Rxc7 Rxg2+ 39. Kh1
Rge2 40. Rxa7 Re1# 0-1


Die zweite Partie des Tages – dieses Mal wieder mit Weiß, was Oliver bislang vorwiegend gute Ergebnisse bescherte. Im Zweispringerspiel wählte Oliver erneut das ruhigere 4. d3, wonach sein Gegner nicht in Italienisch übergehen wollte, sondern seine gewählte Zugfolge ausnutzte und 4. …Le7 spielte. Das schwarze 6. …d5 klärte direkt die Lage im Zentrum und erneut ergab sich eine Struktur, in der Schwarz einfache Figurenentwicklung anstrebt, dafür aber immer ein Auge auf den Bauern e5 werfen muss. Nach einigen natürlichen Entwicklungszügen waren beide Spieler auf neuem Territorium. Oliver bekam nach dem schwarzen Zug 11. …Lf5 die Möglichkeit aktiv um die Initiative mittels 12. Sfg5 zu kämpfen, was angesichts des schwachen Bauern f7 das Läuferpaar mit aktiven Aussichten am Königsflügel gewinnen sollte, oder anderweitig Zugeständnisse erzwingt, da auf 12. … Lg6 Weiß energisch mit 13. h4 vorgehen kann, was h5 droht. Olivers 13. Sxf6+ schnappt sich das Läuferpaar mit angenehmer Stellung, aber vermutlich wäre 13. Df3 Lg6 mit direkten Aktionen wie 14. h4 noch etwas stärker gewesen. Oliver spielte gut, doch ab Zug 19. startete sein Gegenüber das Gegenspiel. 21. fxe3 machte Weiß bereits das Leben unnötig etwas schwer, während 21. Txe3 sicheres Gleichgewicht gehalten hätte. Nach dem weißen Zug 22. De2? wird die schwarze Idee klar, der nun die Königsstellung und Figurenstellung des Weißen und die schwachen Bauern gezielt ausnutzen kann mittels 22. … Db6!, was Schwarz die besseren Chancen und vermutlich einen Bauern verschaffen sollte. Oliver sah die offensichtliche Drohung gegenüber des Bauern b2, doch übersah die versteckte Idee hinter dem letzten schwarzen Zug. Die Falle schnappte schließlich nach 23. Lb3?? zu und es folgte das starke 23. … Sf4!! mit einer gemeinen Springergabel, die die Qualität und obendrein noch den wichtigen Zentrumsbauer d3 gewann, wonach direkt der Bauer e3 auch noch hängt. Mit weniger Material, zertrümmerter Bauernstellung und anfälligem König war die weiße Stellung nahezu komplett verloren, doch Oliver versuchte verbissen zu kämpfen. Schwarz hatte allerdings leichtes Spiel und kaum Risiko, nahm die Damen vom Brett und verwertete mit zwei starken Türmen auf der zweiten Reihe die Stellung zum sicheren Sieg, wogegen Oliver nichts unternehmen konnte. Wieder sehr schade, da die Stellung gut aussah, doch erneut war es ein gemeiner taktischer Trick, der die Partie entschied.

Olivers Partie

Runde 9 - Mal wieder Sweschnikow

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von Christian Göppinger am Freitag 25.5.2018 16:20
1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 e5 6. Ndb5 d6 7. Nd5 Nxd5 8.
exd5 Nb8 9. c4 Be7 10. Be2 O-O 11. O-O a6 12. Nc3 f5 13. f3 f4 14. Ne4 Nd7 15.
Rb1 Qe8 16. b4 b6 17. Ba3 Qg6 18. Rc1 Nf6 19. Bd3 Bf5 20. Nxf6+ Rxf6 21. Bxf5
Qxf5 22. c5 bxc5 23. bxc5 dxc5 24. Bxc5 Bxc5+ 25. Rxc5 Rd8 26. Qb3 Rfd6 27. Qc4
Qd7 28. Rd1 Qa7 29. Kf1 Qb6 30. Rc6 Qb5 31. Qxb5 axb5 32. Rc5 b4 33. Rb5 Ra8
34. Rd2 Rad8 35. Ke2 Kf7 36. Kd1 Rc8 37. Rc2 Rcd8 38. Rcc5 Ra6 39. Ra5 Rb6 40.
Kc2 Ke7 41. Kb3 Kd6 42. Kc4 Rd7 43. Kb3 Re7 44. Rc4 Reb7 45. Ra4 Kxd5 46. Raxb4
g5 47. a4 h5 48. a5 Rxb4+ 49. Rxb4 Ra7 50. Ka4 g4 51. Kb5 Rb7+ 52. Ka4 Ra7 53.
Rb5+ Kd4 54. Rb6 Ke3 55. Rb3+ Kf2 56. Rb2+ Ke3 57. Rb3+ 1/2-1/2


Nachdem die vorherigen Sizlianischbegegnungen nicht optimal verliefen hielt Oliver nun weiterhin an seiner Waffe mit den schwarzen Steinen fest. Ehe aber die bislang diskutierte 11. c4 – Variante auf das Brett kam, wich sein Gegner mit 7. Sd5 vom Hauptpfad ab, was allerdings die meist gespielte Alternative nach 7. Lg5 ist. Sehr gut vorbereitet zimmerten die beiden Spieler die Hauptvariante auf das Brett, bis Weiß mit 13. f3 den zweitbeliebtesten Zug in dieser Stellung wähle, wonach Olivers 13. … f4 beide auf sehr selten gespieltes Terrain führte. Beide Spieler wählten ihre Züge gewissenhaft und die Stellung bleib lange Zeit grob im Gleichgewicht, wobei sie für Weiß wahrscheinlich minimal angenehmer war. Oliver nutzte im 30. Zug die Gelegenheit zum Damentausch, was in einem ausgeglichenen Turmendspiel endete, in welchem beide Spieler mit eigenen und gegen gegnerische schwache Bauern spielen mussten. Nicht einfach, da häufig auf den möglichen Gewinn eines Bauern der Gegner durch die aktiven eigenen Türme Chancen erhalten kann. Einige Züge verstrichen, ohne dass eine der Seiten merklich einen Fortschritt erzielen konnte. Zug 51. brachte jedoch schließlich die Wende und eine gewaltige Möglichkeit für Oliver die Partie glatt zu gewinnen. 52. … Txb4!! hätte forciert in ein Bauernendspiel geführt, in dem Schwarz den weißen Freibauern kontrollieren und mit der eigenen Königsflügelmehrheit eine Dame generieren hätte können. 52. … Txb4!! 53. Kxb4 g3! 54. h4 und Schwarz kann entweder nach 54. … Kc6! oder direkt mit 54. …e4! die Bauernstruktur knacken. Bei direktem 54. … e4 ist jedoch zu beachten, dass Schwarz nach 55. f3xe4+ mit Kc6 in die vorherige Variante übergehen muss, da nach 55. …Kxe4?? der weiße a-Bauer mit Schach umwandelt, was für Weiß wiederum gewinnt, da Weiß die schwarzen Bauern stoppen kann. Für die Gewinnvariante muss also 52. … Txb4!! 53. Kxb4 g3! 54. h4 Kc6 55. Kc3 e4! 56. f3xe4 f3! 57. g2xf3 g2! berechnet werden. Außerdem muss die Variante 54. h2xg3 f4xg3 55. a6 Kc6! 56. Kc4 gesehen werden, wonach Schwarz wieder den weißen Freibauer im Auge behält und dank dem weit entfernten weißen König einen eigenen Freibauer bilden kann mit 56. … h4! 57. a7 Kb7 58. Kd3 h3! In der Partie kam es leider nicht soweit, da die Türme nicht getauscht, sondern mit 52. … Ta7 auf dem Brett behalten wurden, was objektiv haltbar für Weiß sein sollte. Nach ungenauem weißen Spiel gab es allerdings wieder Chancen für Schwarz, da der König gefährlich nah an die schwachen weißen Bauern kam. Nach 56. … Kg1! folgen wieder die gleichen Durchbruchideen wie zuvor beschrieben, da nun hier der schwarze König den eigenen Freibauern gegen den Turm verteidigt. Der weiße König kann nicht ins Geschehen eingreifen wegen Tb7+ mit Turmgewinn und am Ende des Durchbruchmanövers bleibt Weiß zwar mit ein paar weit vorgerückten Bauern zurück, die Schwarz jedoch in Zeit abfangen kann, wonach im Endspiel ohne Schwerfiguren mit lediglich h-Bauern der schwarze König deutlich näher am Geschehen steht und somit die Partie gewonnen sein sollte. Z.B. 56. ...Kg1 57. h4 e4 58. f3xe4 f3 59. g2xf3 g5xf3 60. e5 f2 61. Tb1+ f1=D 62. Txf1 Kxf1
63. Kb5 Te7 64. a6 Txe5+ 65. Kb6 Te6+ 66. Kb7 Txa6 67. Kxa6 Kf2 68. Kb5 Kg3 69. Kc4 Kxh4 70. Kd3 Kg3 71. Ke2 Kg2
und der Bauer wandelt sicher um. Eine Menge Rechenarbeit oder Vorstellungskraft war hierzu nötig und ungefährlich sah es sicher nicht aus, weswegen Oliver mit 56. … Ke3 einen kleinen Rückzieher machte und nach dem erneuten Fehler 57. Tb3+ ins Remis einwilligte. Die Stellung wäre hier allerdings nach der beschriebenen Idee mit 57. Kf2! für Schwarz gewonnen! Schade, aber zumindest ein sicheres Remis mit Schwarz gegen 1.e4.


Olivers Partie

Runde 8 - Schwartz siegt mit Weiß

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von Christian Göppinger am Donnerstag 24.5.2018 16:55
Runde 8 startete am 24. Mai um 14.30 Uhr. Oliver konnte sich auf eine weitere Weißpartie freuen, in denen er bislang seine Gegner häufig unter Druck setzen konnte. Auch dieses Mal wat er mit den weißen Steinen erfolgreich und konnte einen weiteren, ersehnten vollen Punkt einspielen!
Im Turnier vertraute sein Kontrahent bislang gegen 1.e4 auf die Französische Verteidigung mit 1. ... e6 und spielte in der Regel Systeme mit Sf6. Die Partie endete sehr bald, sodass wir uns vielleicht auf eine taktische Miniatur freuen können.


1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. c3 Nc6 5. Nf3 Qb6 6. a3 Bd7 7. b4 cxb4 8. cxb4 f6
9. exf6 Nxf6 10. Bb2 Bd6 11. Bd3 O-O 12. O-O Rae8 13. Re1 Qc7 14. Nc3 e5 15.
Nb5 Qb8 16. Nxd6 Qxd6 17. dxe5 Nxe5 18. Nxe5 Qb6 19. Nxd7 Nxd7 20. Rxe8 Qxf2+
21. Kh1 Rxe8 22. Bd4 Qf4 23. Bb5 Re7 24. Rc1 Re4 25. Rc8+ Kf7 26. Qh5+ Ke6 27.
Qe8+ Kf5 28. Qxd7+ Kg5 29. Qxg7+ Kh5 30. Qxh7+ Qh6 31. Qf5+ 1-0


Wie erwartet kam auch hier Französisch aufs Brett. Oliver wählte mit der Durchzugsvariante 3. e5 eine Option, die viele Französischspieler gerne wegen der geschlossenen Struktur spielen, die bei energischem Weißen Spiel aber erstaunlich giftig sein kann. Beide Spieler folgten der Theorie und Oliver hatte seine Hausaufgaben gemacht, als er gegen 5. … Db6 mit 6. a3 antwortete. Nach der schwarzen Hauptalternative 5. … Ld7 gilt dieser Zug nämlich als etwas ungenau und weißes 6. Le2 ist die kritische Fortsetzung, das wiederum gegen 5. … Db6 als harmloser gilt. Schwarz wählte bereits im 6. Zug eine etwas seltenere, aber dennoch regelmäßig gespielte Variante mit 6. … Ld7, während 6. … c4 oder 6. …Sh6 die Hauptzüge sind. Oliver folgte den empfohlenen Zügen, als Schwarz einen typischen französischen Bauernheben mit 8. … f6 ansetzte, das in dieser Stellung aber verfrüht und unüblich ist. Weiß kann diesen Umstand mit aktiven Entwicklungszügen ausnutzen wie 9. Ld3 oder 9. Sc3, was den schwarzen mit einem kleinen Entwicklungsstau am Königsflügel belässt. Olivers 9. exf6 war kein Fehler, erleichtert aber Schwarz die Entwicklung ein wenig. Beide Spieler ließen gesunde und logische Züge folgen, als Oliver mit 13. Te1 einen Fehltritt wagte (13. Sc3 war vorzuziehen), den Schwarz mit einem kräftigen 13. … e5! ausnutzen hätte können. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte Schwarz einfach einen Bauern eingestellt und sich in eine Bauerngabel gewagt, doch der frühere weiße Turmzug ließ f2 ungedeckt, was Schwarz mit einem typischen französischen Motiv beantworten hätte können. 14. d4xe5 Sg4! wonach 15. exd6 an Dxf2+ 16. Kh1 und Txe1 scheitert, während 15. … Sxf2 vermutlich noch stärker ist, mit einer Vielanzahl an tödlichen Abzugideen und dem schönen erstickten Matt im Anschlag. Nach der Deckung des f2 durch 15. Dc2 gewinnt Schwarz den geopferten Bauern mit 15. …Scxe5 zurück, wonach Schwarz deutlich bessere Figuren und weitere Angriffsaussichten hat. Zum Glück sah Schwarz diese Idee nicht und spielte 13. … Dc7. Der Zentrumsdurchbruch folgte dafür, wie in der letzten Partie von Oliver auch, kurze Zeit später in einer Stellung, in der er objektiv falsch war. Oliver sah die konsequente Bestrafung des schwarzen Spiels, zimmerte 15. Sb5! aufs Brett und gewann durch die folgende Bauerngabel eine volle Figur mit überwältigender Stellung. Oliver verwertete die Stellung zielsicher (auch wenn ein Schönheitspreis mit dem Läuferopfer auf h7 möglich war), dafür fand er jedoch ein Matt in 10!, das er zielsicher ausspielte und seinem Gegner keine Chance mehr ließ. Sehr schöne Partie, die sicher einiges an Selbstvertrauen zurückgibt. Drücken wir die Daumen, dass es so weitergeht!

Olivers Partie
Paarungen Runde 8

Runde 7 - die erste Punkteteilung

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von Christian Göppinger am Mittwoch 23.5.2018 19:35
Nach der Erleichterung anlässlich des vollen Punktes in Runde 6 ging es für Oliver in Runde 7 nochmal ans Brett - dieses mal jedoch mit den schwarzen Steinen, mit denen er bislang im Turnier die größten Ernüchterungen wegstecken musste. Sein Gegner schien ein Anhänger geschlossener Eröffnungen zu sein und startete seine bisherigen Weißpartien mit 1. d4 oder 1. Sf3, im Gegensatz zum Großteil seiner Kontrahenten.


1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 b5 4. b3 b4 5. Nd2 g6 6. Bb2 Bg7 7. e4 d6 8. f4 O-O 9.
Rb1 Nbd7 10. Bd3 Nb6 11. Ngf3 a5 12. a4 bxa3 13. Bxa3 Rb8 14. O-O Na8 15. Qe2
Nc7 16. h3 Na6 17. Kh2 Nb4 18. Bxb4 Rxb4 19. f5 Bd7 20. Bc2 Qc7 21. Rbe1 a4 22.
e5 dxe5 23. Nxe5 axb3 24. Bxb3 Ba4 25. Bxa4 Rxa4 26. Kg1 Nh5 27. Nc6 Ng3 28.
Qxe7 Bd4+ 29. Nxd4 Qxe7 30. Rxe7 Nxf1 31. Kxf1 cxd4 32. f6 Rd8 33. Re4 d3 34.
g4 Kf8 35. Rd4 Ke8 36. Rxd3 Kd7 37. Kf2 Kd6 38. Kf3 Ke5 39. g5 Kf5 40. h4 Rb4
1/2-1/2


Wie vermutet startete Weiß die Partie mit 1.d4, was etwas Abwechslung von der Sizilianischflut brachte. Oliver bot mit 3. … b5 einen Bauern für langanhaltende positionelle Kompensation an – das Wolga-Benkö-Gambit, das sein Gegner allerdings mit 4. b3 ablehnte, was als selten und recht harmlos gilt. Nachdem sich der Damenflügel etwas geschlossen hatte, suchte Weiß sehr aktiv mit 7. e4 und 8. f4 Spiel im Zentrum, was mit schlecht entwickeltem Königsflügel und dem unrochierten König etwas riskant war, da Oliver mittels schnellem 9. … e6 die Stellung hätte öffnen können, wonach die schwarzen Figuren schnell an Aktivität gewinnen und Weiß vermutlich um Ausgleich bemüht sein muss. Anstelle schneller Aktionen im Zentrum entschied sich Oliver für Spiel am Damenflügel, das nach dem ungenauen 12. a4 gute Aussichten einbrachte. Oliver hatte den Bauern b3 und das schwache Feld b4 ins Auge gefasst und plante mit dem etwas merkwürdig aussenden Zug 14. Sa8 vermutlich die Umgruppierung des Springers über c7, a6 und schließlich nach b4. An sich ein guter Plan, doch leider recht langsam - was Weiß, der inzwischen seine Entwicklung abgeschlossen hatte, die Möglichkeit für einen typischen Zentrumsdurchbruch in Benonistellungen erlaubt hätte mittels 15. e5!. Weiß sah vermutlich die Idee, wollte jedoch mit 15. De2 noch Vorbereitungen treffen, was ebenfalls stark ist, aber angesichts von schwarzen Ideen mit Sh5 ein wenig ungenauer als sofortiges e5 war. Oliver verfolgte weiterhin seinen Umgruppierungsplan, während Weiß sich noch nicht zu Zentrumsaktivität überwinden konnte und mit 16. h3 mehr Felder unter Kontrolle bringen wollte. Doch wie Fischer sagte, wer Felder gewinnen möchte muss Felder aufgeben – konkret wurden durch 16. h3 in diesem Fall die schwarzen Felder am Königsflügel geschwächt, die Schwarz nun mit 16. … Sh5 und späterem Lh6 gut nutzen hätte können, was vermutlich die Qualität oder den schwachen Bauern f4 gewonnen hätte, mit klarem Vorteil. Oliver hielt jedoch an seinem bereits geschmiedetem Plan fest und nachdem auch Weiß keine konkreten Operationen unternahm, landete Olivers Springer schließlich auf seinem Zielfeld. Oliver entwickelte kurz darauf starken Druck am Damenflügel, worauf Weiß – nun allerdings zu spät – im Zentrum loslegte. Sein 22. e5? War ein klarer Fehler, da in der resultierenden Stellung der weiße Springer in einer unangenehmen Fesselung steckt was durch geschickte taktische Operationen zum spielentscheidenden Materialgewinn für Schwarz geführt hätte. Oliver spielte richtig, verpasste aber die konkrete Bestrafung der weißen Idee mittels 24. … Lxf5, wonach zum einen der exponierte weiße Lb3 geschützt werden muss und zum anderen dadurch die Deckung des Se5 kaum möglich ist im Falle eines weiteren Angreifers von schwarzer Seite. Auf die Entfesselung 25. Kg1 folgt die starke Idee 25. … Se4! Was zum einen den Se5 hängen lässt und zeitgleich den Verteidiger des Lb3 ablenkt. Eine Beispielvariante könnte wie folgt aussehen: 25. Kg1 Se4 26. Sxe4 Dxe5 27. Ld1 e6 28. d5xe6 Dd4+ 29. Kh1 Lxe6 wonach Schwarz das Läuferpaar in offener Stellung, einen Mehrbauer, die aktiveren Figuren, den besser geschützten König und weiter starken Druck gegen den schwachen Bauern auf c4 erhält. Sehr schwer im Vorhinein soweit das alles zu sehen und richtig einzuschätzen. In der Partie konnte Weiß seinen anfälligen Lb3 abtauschen, wonach er seinen gefesselten Se5 und die Stellung allgemein sichern kann. Weiß opferte mit 27. Sc6 die Qualität für Bauern und starke Kompensation – ein Opfer, auf das sich Oliver einließ und das für Weiß klar günstig ist. Nach den erzwungenen Abwicklungen hatte Weiß für die geopferte Qualität zwei gut gesicherte, verbundene Freibauern, einen aktiven Turm und der schwarze König wurde anfällig und inaktiv eingemauert, während der schwarze Bauer d3 bald ins Visier genommen wird. Doch zu Olivers Glück fehlte Weiß erneut das Selbstvertrauen seine Bauern sofort laufen zu lassen. Nach dem Fehler 33. Te4 hat Schwarz nämlich die Gelegenheit mittels 33. … Ta6 den lästigen f6 zu beseitigen oder zumindest den weißen Turm durch den Druck auf den Bauern zu deaktivieren, wonach der eigene Td8 zusammen mit dem d4 im weißen Lager aktiv werden kann und konkrete Drohungen auf e2 entfalten möchte. Beide Spieler fanden nachfolgend nicht die besten Züge und die Stellungsbewertung sprang entsprechend Zug für Zug erneut um, bis sich nach 38. Kf3 wieder ein grobes Gleichgewicht mit viel verbleibendem Spiel ergab. Oliver ließ jedoch erneut die Festlegung seines Königsflügels zu und wagte sich mit dem eigenen König gefährlich weit vor. In der Endstellung besitzt Weiß klaren Vorteil und kann den eigenen König ins Zentrum überführen, da nach 41. Ke3 schwarze Blockversuche mittels Ke5 einfach mit dem Springerschach auf f3 und nachfolgendem Kd4 beantwortet werden, wonach die weißen verbundenen Freibauern mit mächtig Unterstützung und absolut gewinnbringendem Vorteil der Umwandlung entgegenlaufen. Weiß müsste nach wie vor genau spielen, doch objektiv ist die Stellung klar besser für den Anziehenden und Oliver kann sich freuen mit Glück und einem Remis hier davon gekommen zu sein. Neben den Eröffnungsproblemen scheinen vor allem Endspiele bzw. Turmendspiele ihm im Moment das Leben schwer zu machen.

Olivers Partie
Paarungen Runde 7

Runde 6 - Das Eis ist gebrochen

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von Christian Göppinger am Mittwoch 23.5.2018 10:26
Nach den letzten vier zermürbenden und demotivierenden Runden machte sich Frust breit. Das Mannschaftsblitz U14 vom 22. Mai brachte hier eine gelegene Abwechslung und die drei Württemberger konnten mit dem 2. Platz einen kleinen Erfolgsmoment verbuchen, der Oliver sicher gut tat. In Runde 6 lief es am Folgetag auch gleich deutlich besser. Olivers Gegner war mit 1373 DWZ eher ein Leichtgewicht auf dem Papier, dennoch darf man bei Jugendturnieren niemals den Gegner aufgrund der Wertungszahl unterschätzen. Die Partie dauerte allerdings nicht lange und so stand bereits kurz nach 10 Uhr Olivers Sieg im Netz.


1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Be3 e5 7. Nb3 Be7 8. f3
O-O 9. Qd2 b5 10. O-O-O Be6 11. Nd5 Nbd7 12. g4 Qb8 13. Nxe7+ Kh8 14. Qxd6 Qd8
15. Nc6 Qc8 16. Nxe5 Bxb3 17. axb3 Nxe5 18. Qxe5 b4 19. Bc4 h6 20. Bxh6 Re8 21.
Bxg7+ Kxg7 22. Qg5+ Kf8 23. Qxf6 Re7 24. Qh8# 1-0



Runde 6 brachte erneut Sizilianisch aufs Brett – dieses Mal führte jedoch Oliver die weißen Steine. Mit der Najdorfvariante wählte Schwarz – ebenso wie Olis Gegner in Runde 3 – den populärsten und theoretisch gesündesten Sizilianer auf Topniveau, der häufig zu extrem scharfem Spiel führt. Oliver steuerte mit 6. Le3 in den Englischen Angriff, während er mit 6. Lc4 in Runde 3 wenig Erfolg hatte. An dieser Stelle hat Schwarz die Wahl zwischen drei großen Verzweigungen. Schwarz entschied sich für das Najdorftypische 6. … e5, der die beliebteste Fortsetzung von Schwarz in dieser Stellung ist. Nachfolgendes 7. … Le7 ist etwas seltener, üblicher ist 7. … Le6, was flexibler in den schwarzen Aufbau passt. 8. … 0-0 ist erneut selten, wenn auch einige Male gespielt. Schwarz spielte die Eröffnung generell etwas ungenau, 9. … b5 bietet Weiß bereits kleine Zusatzoptionen wie Ideen mit a4 oder Sd5, da hier zum einen der schwarze Läufer noch nicht auf e6 steht und auf der anderen Seite der restliche schwarze Damenflügel unterentwickelt ist, allerdings ist die Stellung noch völlig in Ordnung. In der Praxispartie zweier Meister von 1990 spielte Weiß denselben natürlichen Zug, den auch Oliver wählte – die lange Rochade. In der anschließend entstandenen, typischen Najdorfstellung besteht der weiße Kernplan aus einem Bauernsturm am Königsflügel, üblicherweise eingeleitet mit g4. Olivers 11. Sd5 ist ebenfalls ein bekannter Plan, der normal mit 11. … Sxd5 und 12. … Lf5 – oder 11. … Lxd5 und 12. … Dc7 beantwortet wird, wonach ein interessantes Mittelspiel bevorsteht. 11. … Sbd7?? ist ein deutlicher Fehler, da Weiß sehr einfach mit der kleinen Kombination 12. Sxe7+ Dxe7 13. Dxd6 einen wichtigen Zentrumsbauer ohne ersichtliche Kompensation für Schwarz gewinnt. Nach Olivers 12. g4 was diese Chance verpasst, hätte Schwarz wieder mit dem typischen 12. … Lxd5 13. e4xd5 Sdb6 eine ausgeglichene Stellung mit gegenseitigen Chancen erhalten können. Schwarz sah hier vermutlich Gespenster oder hatte die eigenen Figuren nicht mehr auf dem Schirm, denn sein 12. … Db8?? stellte mehr als offensichtlich den Läufer auf e7 ein – mit Schach. Und den Bauern d6 noch mit dazu. Das ließ sich Oliver nicht entgehen – schnapp schnapp, schon hatte er absolut gewinnbringenden Materialvorteil und weiterhin gute Angriffschancen gegen den König. Die folgenden schwarzen Züge hätten sicher im Räuberschach Beachtung gefunden. Oliver sackte geschickt einen Bauer nach dem anderen ein und die schöne Kombination beginnend mit 20. Lxh6 wurde stark ausgespielt. In komplett aussichtsloser Stellung verschaffte Schwarz den beiden Spielern schließlich mit dem gewaltigen Patzer 23. … Te7?? eine ausgedehnte Mittagspause, da Oliver gekonnt mit 24. Dh8# das Schachmatt aufs Brett klopfte. Dieser Sieg ist genau das, was Oli in dieser Situation gebraucht hat.

Nun gilt es in der Folgerunde und im fortlaufenden Turnier vor allem für Oliver sich mit Schwarz zu stabilisieren.

Olivers Partie
Paarungen Runde 6

Runde 5 - Schwarzer Tag - dritter Verlust im 11. c4 Sweschnikow

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von Christian Göppinger am Montag 21.5.2018 19:30
Der dritte Spieltag fand mit nur einer Einzelrunde statt, was den Spielern nach zwei Tagen mit Doppelrunden eine kleine Verschnaufpause gönnt. Runde 5 startete am 22. Mai um 9 Uhr. Oliver bekam es hier mit einem Gegner zu tun, der in vorherigen Runden gegen deutlich DWZ-schwächere Gegner große Probleme hatte. Da die DWZ in Jugendturnieren oftmals keine genaue Indikation für die tatsächliche Spielstärke darstellt ist diese Einschätzung mit Vorsicht zu genießen, doch vielleicht war das die Gelegenheit für Oliver nach den letzten drei harten Runden wieder zurückzuschlagen. Leider lief es nicht nach Plan und am Ende der Runde musste Oliver eine weitere Niederlage quittieren.


1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 e5 6. Ndb5 d6 7. Bg5 a6 8.
Na3 b5 9. Nd5 Be7 10. Bxf6 Bxf6 11. c4 b4 12. Nc2 a5 13. Be2 Bg5 14. O-O O-O
15. Bf3 Ra7 16. Qe2 g6 17. Rad1 Be6 18. b3 Rd7 19. Ra1 Rb7 20. Rfd1 Nb8 21.
Nce3 Bxe3 22. Qxe3 Na6 23. Qd2 Rd7 24. Ne3 Nc5 25. Nf1 Qc7 26. Ng3 Rdd8 27. Qg5
f5 28. Qd2 fxe4 29. Nxe4 Nxe4 30. Bxe4 Rf4 31. Bd5 Qe7 32. Bxe6+ Qxe6 33. Qd5
Qf7 34. Qxf7+ Rxf7 35. Rd5 Rf6 36. Rxa5 Rb8 37. Rd1 Rb6 38. Ra7 Rf7 39. Ra5 Rf6
40. Rdd5 Rf7 41. f3 Kf8 42. c5 dxc5 43. Rdxc5 e4 44. fxe4 Rbf6 45. Rc1 Re6 46.
e5 Rf5 47. Rb5 Rexe5 48. Rxb4 Re2 49. Rb7 Re7 50. Rxe7 Kxe7 51. Rc7+ Kd6 52.
Rxh7 Ra5 53. Rh6 Rxa2 54. Rxg6+ Ke5 55. h3 Rb2 56. Rg3 Kf4 57. Rg4+ Kf5 58. b4
Ra2 59. Kh2 Rb2 60. Rc4 Kg5 61. Rc5+ Kh4 62. Rc4+ Kg5 63. h4+ Kh5 64. Kh3 Rb3+
65. g3 Kh6 66. Kg4 Kg6 67. Rc6+ Kh7 68. Rb6 Rc3 69. h5 Rd3 70. Rf6 Rd4+ 71. Rf4
Rd5 72. Kh4 Rb5 73. g4 Kh6 74. g5+ Kh7 75. Rd4 Kg7 76. h6+ Kg6 77. Rd6+ Kh7 78.
Kh5 Rb8 79. g6+ Kh8 80. Rd5 Re8 81. b5 Rb8 82. b6 Kg8 83. Rf5 Rxb6 84. h7+ Kg7
85. Rf7+ Kh8 86. Rf8+ Kg7 87. h8=Q# 1-0



Sweschnikow mit 11. c4 – inzwischen hatten Olivers Gegner klar Blut gewittert und suchten im Schwarzen Spielaufbau konkret nach Bestrafungen. Weiß folgte gezielt der Partie aus einer Vorrunde gegen Oliver vom Vortag mit 13. Le2 und Oliver spielte die selbe Variante weiter, woran auch nichts auszusetzen ist, da Schwarz hier eigentlich gesundes Spiel erhalten sollte. Im 15. Zug wich Weiß jedoch mit dem sehr selten gespielten 15. Lf3 ab, wohingegen am Vortag mittels 15. Dd3 die absolute Hauptvariante gewählt wurde. In Großmeisterbegegnungen wurde in dieser Stellung fast immer von Schwarz 15. … Le6 gespielt, beide Partien in dieser Stellung wurden in der Datenbank zum vollen Punkt verwerteten. Oliver wählte – wie in der Vorrunde bereits den Turmzug 15. … Ta7 und 18. … Td7 mit folgender Springerumgruppierung. Olivers Entscheidung mit 21. … Lxe3 den Läufer gegen einen Springer zu tauschen kann diskutiert werden aus positioneller Sicht. Schwarz gibt freiwillig das Läuferpaar ab, entfernt einen „überflüssigen“ weißen Springer, der mit seinem Kollegen ohnehin um das Feld d5 Schlange steht. Hinzu kommt der grundlegende weiße Wunsch in einer Stellung mit permanenter potentieller Bauernschwäche gegen die man anspielen kann ohnehin Leichtfiguren abzutauschen, womit dynamisches Potential für Gegenspiel verschwindet und die statische Bauernschwäche ein bleibender Dorn im Auge ist. Objektiv ist die Stellung völlig in Ordnung für Schwarz, aber aus praktischer Sicht wäre vielleicht ein anderer Zug angenehmer gewesen. Schwarz sollte die Figuren besser stellen und dann einen aktiven Gegenspielplan – wie er im Sweschnikow nötig ist - suchen, um dynamisches Gleichgewicht zu erhalten. Bei passivem Spiel droht Weiß die Stellung zu festigen und Schwarz wird anschließend positionell durch die schwache Struktur fröhlich geknetet. 22. Dxe3 war wiederum ungenau, da sich nun Olivers Springer – wie in der Partie fer vorherigen Runde via c6 nach d4 begeben kann, was nach 22. Sxc3 durch 23. Sc2 nicht möglich gewesen wäre. Oliver sah jedoch das Feld c5 als einen geeigneteren Posten für seinen Springer, wogegen auch nichts einzuwenden ist. Die Stellung sollte hier weiterhin grob im Gleichgewicht sein. Die Idee mit 23. …Td7 gefällt mir jedoch nicht, objektiv ist hiergegen noch nichts zu sagen, aber ich würde den Turm lieber auf dem Damenflügel für die Deckung des d6 belassen, um hier noch mehr Gegenspielideen aufrecht zu erhalten – wahrscheinlich Geschmackssache. Weiß schob in den nächsten Zügen etwas das Holz übers Brett, während Oliver mit 27. … f5 vielleicht etwas (zu) ambitioniert spielte. 28. Dd2 war hingegen ein Fehler, den Oliver mit seinem vorherigen f5 gut ausnutzen konnte – 28. …f4 sichert das Zentrum und setzt eine potentielle spätere Angriffsmarke gegen den weißen König, während Schwarz auch die Freiheit erhält mit einem Turm auf a8 und h4 am Damenflügel Spiel zu suchen. Oliver beging allerdings mit 28. … fxe5 eine Ungenauigkeit, die die Zentrumsstellung zu Gunsten der weißen Figurenaktivität öffnete. Nach den folgenden kleinen Ungenauigkeiten beider Seiten wurde das Material vom Brett genommen und beide Spieler fanden sich in einem Endspiel mit jeweils 2 Türmen und Bauern wieder, in dem Weiß angesichts der beiden schwachen schwarzen Bauern auf a5 und d6 etwas bessere Aussichten genießen sollte. Oliver gab mit 35. … Tf6 leider genau den falschen Bauern ab. 35. …Ta8 war nötig, da der d6 ohnehin keine Zukunft haben wird, der a5 jedoch mit dem Turm auf a8 mit späterem a4 die weiße Bauernstellung anhebeln kann, wonach der schwarze Turm die Möglichkeit für Gegenspiel gegen u.a. den b3 erhält. Nach den nächsten paar Zügen stand Schwarz klar auf Verlust – ohne offensichtliches Gegenspiel, mit Materialnachteil und weiterhin bestehenden Bauernschwächen. Weiß knackte mit 42. c5 die Struktur und verschaffte sich einen Freibauern auf e4. Obwohl Weiß nicht sehr genau fortsetze gelang es ihm Olivers b4 zu ergattern, wonach seine zwei verbundenen Freibauern auf der a- und b-Linie spielentscheidend der Umwandlung entgegenrollen sollten, während sich Oliver zeitgleich um seinen König auf der Grundreihe sorgen musste. Nachfolgend eliminierte Weiß Olivers restliche Bauern, gab seinen a2 auf – verschaffte sich aber in einem Einzelturmendspiel zwei weitere verbundene Freibauern am Königsflügel, die mit subtiler Höhlenmenschentechnik erfolgreich durchgeschoben wurden. Erneut eine harte Niederlage im Sweschnikow für Oliver, der mit den resultierenden Stellungen offenbar Schwierigkeiten hat – was seine Gegner geschickt immer und immer wieder ausnutzen konnten.

Hoffentlich bringt Runde 6 für ihn etwas frischen Wind.

Olivers Partie
Paarungen Runde 5

Runde 4 - Harte Niederlage im Sweschnikow

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von Christian Göppinger am Montag 21.5.2018 14:02
In Runde 4 erwartet Oliver die Begegnung mit einem alten Bekannten. Bereits im Vorjahr spielte Oliver gegen ihn Remis, hatte allerdings während der Partie Materialvorsprung und musste durch Dauerschach ins Remis einwilligen. In einer vorhergehenden Runde spielte Olivers Kontrahent mit Weiß bereits den offenen Sizilianer - wir können uns also vielleicht auf eine weitere spannende Sizilianischpartie um 14.30 Uhr freuen.


1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 e5 6. Ndb5 d6 7. Bg5 a6 8.
Na3 b5 9. Nd5 Be7 10. Bxf6 Bxf6 11. c4 b4 12. Nc2 a5 13. Be2 Bg5 14. O-O O-O
15. Qd3 Be6 16. Bf3 Ra7 17. Rad1 Rd7 18. b3 g6 19. Qe2 Nb8 20. Rfe1 f5 21. exf5
gxf5 22. Nd4 exd4 23. Qxe6+ Kh8 24. Qe2 Rg7 25. Rxd4 Nc6 26. Rdd1 Ne5 27. h3
Bh4 28. Nf4 Qe7 29. c5 Re8 30. Bh5 Ng6 31. Qxe7 Rexe7 32. Rxe7 Bxe7 33. Bxg6
hxg6 34. Ne6 Rg8 35. cxd6 Bd8 36. d7 Kh7 37. Rc1 g5 38. Rc8 1-0



Eine neue Runde – eine bekannte Sizilianischstellung und ein paar gemachte Hausaufgaben. Die Spieler steuerten zielstrebig in den Sweschnikowsizilianer. Weiß hatte offenbar mit seinem Team Olivers vorherige Partie unter die Lupe genommen, denn er steuerte ebenfalls in die interessante Variante mit 11. c4 ein, vielleicht in der Hoffnung, dass Oliver den seltenen Zug b5xc4 erneut versuchen würde und vermutlich mit einer konkreten Idee im Anschlag. Oliver folge dieses Mal jedoch der Theorie mit 11. … b5 und 12. … a5. Das natürliche 13. Le2 ist eine der Hauptvarianten, wenn auch in der Beliebtheit deutlich hinter 13. g3. Der übliche Zug wäre nun hier für Schwarz 13. … 0-0, Oliver wählte jedoch die etwas seltenere Alternative 13. … Lg5, die von vielen Großmeistern in der Vergangenheit genutzt wurde und beide Spieler erreichten nach kleiner Zugumstellung eine typische Hauptstellung, als Weiß mit 16. Lf3 die ausgetretenen Pfade verließ – üblicher ist hier ein Turmzug nach d1. Im Gegenzug griff Oliver zu einem noch selteneren Zug mit 16. … Ta7. Die Stellung nach 17. Tad1 wurde beispielsweise auch in einer Meisterpartie von 2015 erreicht, welche mit Remis endete. In dieser Partie sicherte Schwarz mit 17. … g6 die Stellung ab und suchte mit späterem Db8 und dem Vorstoß der Damenflügelbauern aktives Gegenspiel, um die eigenen strukturellen Schwächen zu kompensieren. Der gleiche Plan wurde mit 17. … Kh8 in einer anderen Partie zwischen Meistern gespielt, die zu Gunsten für Schwarz endete. Oliver wählte mit 17. … Td7 leider einen zweifelhaften Plan und versuchte passiv den d6 zu decken und seinem Springer ein besseres Feld zu verschaffen. In der Zwischenzeit zentralisierte Weiß seine Figuren – die Stellung sollte aber noch völlig in Ordnung und ausgeglichen sein. Olivers aktive Gegenspiel Idee mit 20. … f5 stellte sich leider als Ungenauigkeit heraus und eine Springerumgruppierung mit 20. … Sa6 wäre wahrscheinlich besser gewesen. Weiß schlug korrekt den f5 und Oliver beging einen ernsten Fehler mit 21. gxf5?, was angesichts der beiden e- und f- Bauern aktiv und gefährlich aussieht, aber konkret taktisch bestraft werden kann, gerechtfertigt durch die schutzlose Stellung des Le6 – LPDO „loose pieces drop off!“. Weiß sah die Taktiken und spielte die Bestrafung 22. Sd4! Ein einfaches Decken des Läufers durch 22 …. Te8 läuft in 23. Lh5, während 22. … De8 an 23. Sc7 Txc7 24. Sxe6 mit Gabel und deutlichem Materialverlust einhergeht, da 24. … Dxe6 nach 25. Ld5 die Dame verliert. 22. … Lxd4 endet ebenfalls im Desaster nach 23. Lxd4+ Kh8 24. Se6. Der beste Versuch wäre es vermutlich noch gewesen mit 22. … Lf7 den Bauern f5 zu geben oder wie es Oliver in der Partie tat mittels 22. … e5xd4 zurückzuschlagen. Die resultierende Stellung macht für Schwarz absolut keinen Spass mehr mit den drei zerpflückten Bauern auf d6, f5 und h7, die Weiß munter und ohne viel Risiko unter Beschuss nehmen kann. Oliver gab mit 28. … De7?? schließlich nochmals eine einfache taktische Vorlage zum Durchbruch für Weiß, der diese prompt mit 29. c4! ergriff. Die nachfolgende Vereinfachung der Stellung ließ Schwar(t)z mit einer hoffnungslosen Stellung ohne Gegenspiel zurück. Ein praktischer Versuch wäre vielleicht nach 34. Se6 noch 34. … d6xc4 gewesen mit Opfer der Qualität, aber diese Stellung sollte jeder der Jugendlichen auch problemlos gewinnen können. Somit musste Oliver nach 38 Zügen erneut eine Niederlage im Sweschnikow quittieren, basierend auf Ungenauigkeiten und Chancen, die sein Gegner erfolgreich ausnutzen konnte. Damit blieb Oliver mit einer passiven Stellung voller Schwächen zurück und wurde qualvoll in den Abgrund massiert ohne viel dagegen tun zu können. Ein nachvollziehbar frustrierender Rundenausgang.

Olivers Partie
Paarungen Runde 4

Runde 3 - Auf der Hut vor Rösselgabeln

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von Christian Göppinger am Montag 21.5.2018 12:56
Nach dem durchmischten Spieltag am 20. Mai, an dem Oliver trotz der Niederlage in Runde 2 gutes Schach spielte, galt es am 21. Mai um 8.30 Uhr mit Weiß nochmal den starken Aufschlag aus Runde 1 an Brett 15 zu wiederholen. Sein Gegner hatte in den letzten Jahren eine kleine Stagnationsphase, die er angesichts der Ergebnisse vielleicht gerade jetzt überwindet. Wir wissen, dass Oliver regelmäßig deutlich über seiner aktuellen DWZ-Zahl spielen kann und waren gespannt auf die Begegnung.

1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bc4 e6 7. Bb3 Nbd7 8.
O-O Nc5 9. Re1 b5 10. Bg5 Bb7 11. e5 dxe5 12. Rxe5 Qc7 13. Re3 Rd8 14. Bxf6
gxf6 15. Qg4 h5 16. Qh4 Be7 17. Nf3 Rh6 18. Rae1 f5 19. Qg3 f4 20. Qg8+ Bf8 21.
Re5 Bxf3 22. Bd5 Rg6 23. Qh8 b4 24. Bxf3 bxc3 25. b4 Nd7 26. Rxh5 Nf6 27. Rh4
Qd6 28. Bh5 Nxh5 29. Qxh5 Rh6 30. Qg4 Rxh4 31. Qxh4 Qd2 32. Kf1 Qxc2 33. Qxf4
Qd3+ 34. Kg1 c2 35. Qc7 Bxb4 36. Rf1 Qxf1+ 37. Kxf1 Rd1+ 38. Ke2 c1=Q 39. Qb8+
Rd8 40. Qxb4 Qc2+ 41. Kf3 Qd3+ 42. Kg4 Rd4+ 0-1


Sizilianisch – erneut steuerten Oliver und sein Kontrahent zielstrebig in DIE Variante der Sizilianischen Verteidigung – Najdorf. Mit 4. Lc4 entschied sich Oliver für die aggressive Fischer–Sozin Variante, ein Liebling des ehemaligen Weltmeisters. Beide Spieler folgten den Theoriepfaden, wobei sich Schwarz für 7. …Sbd7 entschied, was in einigen Büchern und DVDs der jüngeren Zeit für Schwarz empfohlen wurde. Sinn dieses Systems besteht darin mit späterem Sc5 die eigene Stellung zu sichern und gegen den starken Läufer auf b3 vorzugehen. Oliver wählte als Antwort auf diesen Zug 8. 0-0, was in der Datenbank eine relativ bescheidene Punkteausbeute für Weiß einbrachte, wohingegen vor allem das energischere 8. f4 oder 8. Lg5 bevorzugt wird. Nach dem folgenden 9. Te1 Sc5 kann Schwarz seine Spielidee dank dem zahmen weißen Vorgehen umsetzen und sollte eine gute Stellung erhalten, doch Schwarz wich vom theoretischen Hauptpfad mit dem aggressiven 9. ... b5 ab, was zwar einige Male von Meistern gespielt wurde, aber sowohl hinsichtlich der Beliebtheit, als auch der Punkteausbeute klar hinter 9. … Le7 zurückbleibt. Ein Grund hierfür zeigt sich in einer konkreten taktischen Operation, die Weiß in diesem Stellungstyp ermöglicht wird und die typisch für viele Stellungen des Sizilianers ist. Mittels 10. Ld5! kann Weiß seinen vorherigen Turmzug rechtfertigen und sich klaren Vorteil verschaffen, da die beste schwarze Erwiderung wahrscheinlich im Opfer der Qualität mittels 10. … Ld7 besteht. Nach dem einfachen 10. … e6xd5 folgt 11. e4xd5+ wonach Schwarz komplett auf Verlust steht, da das natürliche 11. … Le7 bärenstark mit 12. Sc6 und durchschlagendem Angriff mit gewinnbringendem Materialgewinn beantwortet wird. Nach 10. … Sxd5 11. e4xd5 besitzt Weiß bei gleicher Materialverteilung deutlich aktivere Figuren und kann die schwache schwarze Stellung mit einer Vielzahl an aktiven Ideen zu Leibe rücken. Leider verpasste Oliver diese starke Bestrafung der ungenauen schwarzen Zugfolge und setzte mit 10. Lg5 fort, was aber dennoch eine gute Stellung sicherte. Nach 10. … Lb7 wäre erneut die Idee 11. Ld5 stark gewesen und wurde in dieser Stellung beispielsweise von Exweltmeister Tal mit Weiß gespielt. Die Angriffsvarianten die bei Annahme des Figurenopfers folgen sind sehr passend zum Spielstil des Magiers aus Riga und durchaus lehrreich. 11. Ld5 e6xd5 12. e4xd5+ Le7 13. Lxf6 g7xf6 14. Sf5 und Weiß sackt das geopferte Material mit Zinsen und weiterhin starken Angriffsideen ein, während nach 11. Ld5 e6xd5 12. e4xd5+ Kd7 13. b4 Sa4 14. Sxa4 b5xa4 Weiß viele extrem starke Fortsetzungen hat, wobei der schwarze König durch die weißen Figuren auf den weißen Feldern in den Untergang gehetzt wird und ohne deutliche Materialeinbußen nicht überleben kann. Beispielvarianten wären hier 15. Tb1 Le7 16. b5 a6xb5 17. De2 Ta5 18. Ld2. Auf 18. …Te8 könnte der nächste Kracher mit 19. Se6 folgen. Die Varianten sind sehr komplex und interessant zum analysieren, während auch die von Menschen gespielten Fortsetzungen wie 15. c4 Weiß mehr als genug Kompensation und vermutlich gewinnbringenden Vorteil einräumen. In der Partie entschied sich Oliver leider für das aktive aber objektiv schlechte 11. e5 was nach dem gespielten Bauerntausch Schwarz eine sehr aktive Stellung und die besseren Aussichten verschaffen sollte. Die Stellung ist für Weiß bereits schwer zu spielen gewesen und Oliver machte es seinem Gegner leider mit 13. Te3 etwas zu leicht, während 13. Lf4 nötig gewesen wäre um durch die Gegendrohung etwas Zeit zu gewinnen. Nach 13. … 0-0-0 wäre Weiß bereits schwer angeschlagen, während 13. ...Td8 die gleiche Idee verfolgt, allerdings hier die taktische Operation 14. Lxf6 g7xf6 15. Ld5 Lxd5 16. Sdxb5 als typisches Sizilianischmotiv Schwarz zwar auch die besseren Chancen verspricht, die Partie aber noch weiterhin besser spielbar für Weiß gewesen wäre. Olivers Lösung mit 15. Dg4 platzierte die weiße Dame leider etwas zu exponiert, was Schwarz mit 15. … h5 direkt ausnutzte. Die schwarzen Figuren waren in den folgenden Zügen zu stark und nachdem die Luft um die weiße Dame langsam dünn wurde erlaubte Oliver mit 19. Dg3 direkt eine Bauerngabel mit 19. … f4, aus der Oliver sich auf den ersten Blick mittels 20. Dg8+ und 21. Te5 befreien konnte. Allerdings rechnete Schwarz gut und hatte mit 21. … Lxf3 bereits die nächste Gemeinheit auf Lager, da nach 22. g2xf3 durch 22. … Tg6+ die weiße Dame verloren geht. Zu diesem Zeitpunkt war die Stellung enorm taktisch verwickelt und Olivers 22. Ld5 versuchte dies auszunutzen, doch Schwarz blieb cool und fand mit 22. … Tg6 den besten Zug, nachdem Weiß komplett verloren ist. Obwohl Schwarz die nachfolgenden bärenstarken Züge nicht fand (wenngleich das mit einer Engine im Anschlag deutlich leichter gesagt ist) spielte er eine einfache Abwicklung die Oliver mit einer Figur weniger und ohne Gegenspiel in komplett verlorener Stellung zurückließ. Die folgende Verwertung spielte sich wie von selbst, womit sich Oliver leider geschlagen geben musste. Schwarz kam glimpflich davon, nachdem Oliver seine Eröffnungssünde nicht bestrafen konnte, nutzte die Gelegenheiten und bewies in den folgenden komplizierten Stellungen das bessere taktische Auge und genauere Rechenfähigkeit.

Oliver muss nun den Kopf frei bekommen und seine Kraft auf die vierte Runde um 14.30 Uhr konzentrieren. Das Turnier hat gerade erst richtig begonnen, es ist also noch alles offen für ihn!

Runde 3 - Technische Probleme und eine anonyme Bonuspartie

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von Christian Göppinger am Sonntag 20.5.2018 22:58
Gerade sprang die Partiestellung auf Chess24 um und es wird nun eine Sizilianischpartie in dieser Begegnung gezeigt, ebenso in der PGN der Veranstalter. Auf der Seite der DJEM und während der Liveübertragung war die unten erläuterte Partie verfolgbar. Offenbar gab es hier technische Probleme und die unten gezeigte Partie wurde von anderen Personen gespielt. Wer also etwas Bonusmaterial möchte findet es hier.
Die Kommentierung werde ich vorerst so belassen und die Sizilianischpartie in Kürze noch analysieren.

Die Kommentierung ist aus Sicht der beiden Jugendspieler verfasst
Der wirkliche Ursprung der nachfolgenden Partie ist weiterhin unklar, doch kann ein kleiner Französischlehrgang sicher nicht schaden.


1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Be7
5. e5 Nfd7 6. Bxe7 Qxe7 7. f4 a6 8. Nf3 b5
9. Qd2 Bb7 10. Bd3 c5 11. dxc5 Qxc5 12. Qf2 Qxf2+
13. Kxf2 Nc6 14. Ne2 Nc5 15. Ned4 O-O 16. Nxc6 Bxc6
17. Nd4 Bd7 18. g4 f6 19. Ke3 Na4 20. b3 Nc5
21. Rhf1 Rac8 22. Kd2 Nb7 23. a4 Nc5 24. axb5 Nxd3
25. cxd3 axb5 26. exf6 gxf6 27. Ra7 Rfd8 28. Re1 Ra8
29. Rxa8 Rxa8 30. Kc3 Kf7 31. Kb2 Ra2+ 0-1


Die Partie startete erneut mit 1. e4, worauf Schwarz 1. …e6 antwortete – die Französische Verteidigung. Oliver folgte mit 3. Sc3 der absoluten Hauptvariante, die zu interessantem und aktivem Spiel führt. Schwarz setzte mit dem traditionellen 3. … Sf6 fort, während beide Spieler nach 4. Lg5 Le7 die klassische Variante erreichten, die auf höherem Niveau von Schwarz heute eher selten gewählt wird und häufiger mit 4. …d5xe4 die Spannung aufgelöst wird (Burn Variante) oder mit 4. …Lb4 sich Schwarz auf sehr komplexe Stellungen einlassen möchte (McCutcheon Variante). 4. … Le7 ist aber dennoch ein völlig gesunder und beliebter Zug. Mit 7. …a6 folgen beide Spieler weiterhin einer absoluten Hauptvariante, da nach dem natürlichen 7. … c5 Weiß mit 8. Sb5 unangenehme Fragen stellen könnte. Im 8. Zug verließ Schwarzallerdings die ausgetretenen Pfade und wagte sofortiges Spiel am Damenflügel mittels 8. …b5. Beide Spieler folgten erneut einer Partie die älter als sie selbst ist – von 1997. Während in der Meisterpartie Weiß mit 12. Se2 seinen Springer umgruppierte, bot Oliver mittels 12. Df2 den Damentausch an, welchen Schwarz annahm. In der nachfolgenden Stellung besitzt Weiß etwas mehr Raum und den etwas besseren Läufer, sowie die Kontrolle über d4 für seinen Springer, während Schwarz versuchen sollte seinen „schlechten“ französischen Läufer zu aktivieren und mit f6 Gegenspiel zu suchen. Schwarz spielte die nachfolgenden Züge etwas planlos und fand keine guten Felder für seine Figuren, was Oliver nach 22. … Sb7 mit dem energischen Durchbruch 23. f5! hätte ausnutzen können. Eine Beispielvariante wäre 23. f5 Sc5 24. f5xe6 Sxe6 25. Sxe6 Lxe6 26. exf6 Txf6 27. Txf6 g7xf6 wonach Weiß eine gute Stellung mit Spiel gegen die schwachen Schwarzen Bauern und klarem Vorteil erhalten hätte. Mit Olivers 23. a4 behält Weiß aber ebenfalls die angenehmere Stellung, während Schwarz mit 24. …Sxd3 einen kleinen strategischen Fehler beging. Vermutlich wollte er den guten weißen Läufer loswerden, doch die Abwicklung endet in einem Szenario „guter Springer gegen schlechter Läufer“, in dem Schwarz den weißen Sd4 nicht von seinem wundervollen Platz vertreiben kann und sich stets passiv um die eigenen Bauern bemühen muss. Im Gegenzug war Olivers 26. exf6 ebenfalls etwas ungenau aus strategischer Sicht, da Weiß gern den e6 geblockt halten möchte, wodurch die schwarzen Figuren etwas passiv bleiben. Es folgten weitere kleine Ungenauigkeiten beider Seiten, aus denen Oliver aber stets mit der angenehmeren Stellung hervorging, die allerdings bei weitem noch nicht spielentscheidend war – zumal er selbst deutlichen Zeitnachteil hatte. Dieser Trend setzte sich fort – bis Oliver unter großer Zeitnot 31. Kb2 spielte, was die Stellung wieder komplett ausgleicht, da nun der konkrete Druck von Schwarz abfällt und Schwarz sich selbst mit 31. … Tg8 und … h5 Initiative hätte sichern können. Soweit kam es allerdings nicht mehr, da hier Oliver leider das Zeitlimit überschritt. Sehr schade angesichts der erneut gut gespielten Partie.

Olivers Partie Live!
Paarungen Runde 3

Runde 2 - Mitfiebern in Echtzeit - Schwar(t)z unter Druck

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von Christian Göppinger am Sonntag 20.5.2018 15:46
Die zweite Runde fand um 15.30 Uhr statt. Oliver musste sich hier mit Schwarz an Brett 9 gegen einen vertrauten Kontrahenten beweisen, gegen den er vor 2 Jahren bereits eine Niederlage einstecken musste, damals jedoch bereits sehr erschöpft gegen Ende des Turniers.

1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 e5 6. Ndb5 d6 7. Bg5 a6 8.
Na3 b5 9. Nd5 Be7 10. Bxf6 Bxf6 11. c4 bxc4 12. Nxc4 Nd4 13. Bd3 O-O 14. Ncb6
Rb8 15. Nxc8 Rxc8 16. O-O a5 17. Qa4 Bg5 18. a3 Qe8 19. Qxe8 Rfxe8 20. Rfd1 Nb3
21. Rab1 Nd2 22. Ra1 Nb3 23. Rab1 Nd2 24. f4 Bxf4 25. Nxf4 Nxb1 26. Nd5 Nxa3
27. bxa3 Rb8 28. a4 Rb2 29. Bb5 Re6 30. Rc1 h6 31. Bd7 Ra2 32. h3 Ra3 33. Rc4
Rd3 34. Kf2 Rxd5 35. exd5 Rf6+ 36. Ke3 Kf8 37. Bb5 Rg6 38. Kf2 Rf6+ 39. Kg1 Rf5
40. Rc7 e4 41. Ra7 Rxd5 42. Rxa5 g5 43. Ra8+ Kg7 44. Re8 f5 45. Kf2 Kf7 46. Bc4
Kxe8 47. Bxd5 Kd7 48. Ke3 Kc7 49. Be6 f4+ 50. Kxe4 Kb6 51. Kd5 Ka5 52. Bd7 h5
53. Kxd6 h4 54. Ke5 g4 55. Bxg4 Kxa4 56. Kxf4 Kb5 57. Kg5 Kc5 58. Kxh4 Kd6 59.
Kg5 Ke7 60. Kg6 Kf8 61. Be6 Ke7 62. Ba2 Kd6 63. h4 Ke5 64. h5 Kf4 65. h6 Kg3
66. h7 Kf2 67. h8=Q Kg3 68. Qh3+ Kf4 69. Qf3+ Ke5 70. Qf5+ Kd4 71. Qe6 Kc5 72.
Qd7 {Kd5} 1-0


Runde 2 startete für Oliver mit 1. e4 c5 kämpferisch. Es sah so aus, als würden sich beide Spieler zügig in die zweischneidigen Stellungen des Sweschnikow-Sizilianers wagen wollen, doch Weiß zögerte bereits nach 5. … e5 etwas. Letztendlich spielte er das konsequente 6. Sdb5 und Oliver antwortete mit 6. … d6 womit eine spannende Partie eingeleitet wurde. Beide Spieler folgten dem theoretischen Hauptpfad. 9. Sd5 ist die etwas ruhigere, positioneller angehauchte Fortsetzung, während 9. Lxf6 zu noch kämpferischeren Partien führt. Das Spielgeschehen dreht sich nach 9. Sd5 meist um aktives schwarzes Gegenspiel, um die strukturellen Schwächen wie das Feld d5 und die geschwächte Damenflügelstruktur dynamisch zu kompensieren. Mit 11. c4 entschied sich Weiß für eine modernere Interpretation gegenüber dem mehr gespielten 11. c3 zu wählen, wonach die übliche Erwiderung 11. … b5 ist. Olivers 11. …b5xc4 ist deutlich seltener, denn Weiß erhält nach dem Textzug 12. Sxc4 aktive Springer und gute Aussichten für das Spiel gegen die schwachen Felder und Bauern des Schwarzen – dennoch wurde 11. …b5xc4 aber einige Male von Meistern gespielt und sollte nicht unterschätzt werden. Die Begegnung folge einer Meisterpartie von 1994 bis Zug 15., als Oliver mit dem Turm zurückschlug, während in der Meisterpartie 15. …Dxc8 bevorzugt wurde. Oliver hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vorsprung von rund 20 Minuten auf der Uhr ergattert, der bei Zug 18. auf eine halbe Stunde angewachsen ist. Die Stellung sollte zu diesem Zeitpunkt ungefähr im Gleichgewicht sein und beide Nachwuchstalente spielten sehr genau. In dieser Stellung galt es nun sehr genau weiter zu spielen und kleine Vorteile zu akkumulieren. 21. … Sd2 und 23. … Sd2 ermöglichten Weiß eine Umgestaltung der Stellung und des Materialverhältnisses durch eine kleine taktische Operation mittels 24. f4. 24. h4 wäre vermutlich noch etwas stärker gewesen mit der Idee g4 folgen zu lassen. Nach dem erzwungenen Materialtausch in der Partie sollte die Stellung immer noch grob im Gleichgewicht sein, doch zwei Leichtfiguren gegen Qualität und zwei Bauern brachten deutlich mehr Würze in die Partie, zumal die Zeit zunehmend knapper wurde. Olivers nachfolgende Turmzüge stellten sich als etwas ungenau heraus, wodurch Weiß gute Stützpunkte für seine Leichtfiguren schaffen konnte. Nach 29. Lb4 stand Weiß etwas angenehmer und es war genaues Spiel gefragt, damit die schwachen schwarzen Bauern nicht verloren gehen. Nach 30. … h6 zeigte sich jedoch die gute Koordination der weißen Figuren und Schwar(t)z musste die Qualität wegen dem kleinen Trick 31. …Tg6 32. Se7+ zurückgeben. An diesem Zeitpunkt kippte die Stellung klar zu Gunsten von Weiß und die gegnerische Spielstärke konnte trotz wenig Zeit ausgespielt werden. Mit 34. … Txd5 eliminierte Schwarz leider seinen eigenen aktiven Turm, was es Weiß deutlich einfacher machte die Stellung zu verwerten. Weiß aktivierte erfolgreich den eigenen König und konnte die schwachen Bauern weiter ins Visier nehmen. Die folgende Stellung war auch unter zunehmendem Zeitdruck recht gefahrlos und einfach spielbar für Weiß. Oliver versuchte in objektiv verlorener Stellung noch mittels 40. …e4 Gegenspiel zu generieren, doch die Stellung war wie ein bekannter deutscher Großmeister tiefenphilosophisch sagen würde bereits im „Dropsos Lutschos-Territorium“ angelangt und der a-Bauer sollte nach der weißen Vorstellung bald zum Star des Abends werden. Genauer wäre es gewesen mit 41. Tc8+ Ke7 42. Te8+ den schwarzen Bauern e4 abzuholen und so jegliches Gegenspiel zu unterbinden, doch die Partiefortsetzung sollte ebenfalls objektiv gewinnbringend – wenn auch geringfügig riskanter – sein. Im 45. Zug stolperte Weiß unerwartet mit 45. Kf2 was aktives Spiel von Schwarz mit 45. …Te2+ erlaubt, wonach Schwarz plötzlich unerwartet viel Gegenspiel mit seinen Bauern und Drohungen gegen den König generieren hätte können und die Partie wäre wieder nahezu offen gewesen. Oliver nutzte nach der langwierigen, zermürbenden Partie leider nicht die Gelegenheit, sondern patzte selbst mit 45. … Kf7 wonach Weiß die starke Abwicklung mit 46. Lc4 und Turmtausch fand, wonach die Partie hoffnungslos verloren war, da der schwarze König den a- Bauer im Auge behalten muss während Weiß die restlichen schwarzen Bauern einsammelt und selbst spielentscheidend seine Bauern umwandelt.

Schade für Oliver nach einer so lange stark gespielten Partie noch den ganzen Punkt abgeben zu müssen, doch gleichzeitig auch sehr lehrreich, dass gerade gegen stärkere Gegner jede Feinheit von Bedeutung ist und jede kleine Möglichkeit, die der Gegner einem einräumt präzise genutzt werden muss, um erfolgreich zu bestehen.

Jetzt steht für ihn nach einem langen Spieltag erst einmal Kraft tanken und den Blick auf morgen fokussieren auf dem Programm.
Wir wünschen ihm für Runde 3 morgen um 8.30 Uhr viel Erfolg!


Olivers Partie live!
Paarungen Runde 2

Runde 1 - Krachender Turnierstart

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von Christian Göppinger am Sonntag 20.5.2018 11:36
Gespannt richteten sich die Blicke nach Willingen, während Oliver am 20.Mai um 8.30 Uhr in seine erste Turnierpartie bei den diesjährigen DJEM startete. Oliver erwischte zu Beginn einen zahlenmäßig überlegenen Gegner - dennoch war Oliver vor kurzem selbst stabil über 1600 DWZ unterwegs und führte direkt die Weißen Steine in der Begegnung, sodass alles offen blieb. Vor 2 Jahren spielten die beiden bereits bei den DJEM gegeneinander, damals hatte Olis Kontrahent die Nase in den letzten Runden vorn. Es ist also nun die Gelegenheit für eine Revanche gekommen.
Da die Paarung an Brett 17 stattfand war leider keine Liveübertragung verfügbar, doch bereits um 11:30 endete die Partie zu Olivers Gunsten.

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. d3 Bc5 5. c3 Bb6 6. Nbd2 O-O 7. O-O d5 8.
exd5 Nxd5 9. Re1 Nf4 10. Ne4 Ng6 11. Ng3 Na5 12. Bb5 Be6 13. Nxe5 Nxe5 14. Rxe5
Bxf2+ 15. Kh1 a6 16. Ba4 b5 17. Bc2 Nc6 18. Rh5 Re8 19. Bf4 Qd7 20. h3 Bxg3 21.
Bxg3 Bf5 22. Qf3 g6 23. Rh4 Ne5 24. Bxe5 Rxe5 25. Qxa8+ Kg7 26. Qf3 Qe7 27. Rf4
Re3 28. Qd5 1-0


Partie 1 startete mit dem Zweispringerspiel, ging allerdings nach Olivers ruhigerem 4. d3 und nachfolgendem Lc5 wieder in eine typische Stellung des Italieners über. Olivers Gegner suchte früh aktives Gegenspiel im Zentrum mit 7. … d5, eine interessante Idee, die in ähnlichen Stellungen auch auf Topniveau einige Anhänger findet. Im nachfolgenden Stellungstyp muss Schwarz auf den Bauern e5 acht geben, welcher von Oliver zügig unter Beschuss genommen wurde. Bereits im 10. Zug rutschte Olis Kontrahent mit Sg6 aus, doch die Bestrafung durch ein nettes taktisches Motiv, welche gewinnbringenden Vorteil sichern sollte entging leider Olivers Augen. Nach 11. Sfg4! kann Weiß Doppeldrohungen gegen den König und die Fesselung des f-Bauern geschickt ausnutzen. Die Drohung Dh5 ist sehr stark und nach folgendem 11. …h6 12. Dh5 hält das unschöne Sh8 Schwarz gerade noch am Leben – allerdings mit schrecklich schlechten Figuren und nahezu paralysiert, sodass hier Weiß in Ruhe seine Stellung am Damenflügel mit Vorstößen wie a4 und b4 ausbauen kann, während die Schwarzen Figuren erstarrt den Monarchen vor dem Untergang bewahren müssen. Nach 13. a4 ist die Widerlegung von 13….hxg5 nicht einfach zu sehen, weswegen Oliver die Variante vielleicht verworfen hat, das natürliche 14. Sxg5 mit Mattdrohung wird nämlich einfach mit 14. …Lf5 pariert, wonach Schwarz mit einer etwas besseren Stellung den Angriff überstehen sollte. 14. Lxg5 ist allerdings der Todesstoß, denn nach beispielsweise 14. ...Se7 um den Angriff auf die Dame zu blockieren folgt das krachende Opfer 15. Sf6+ g7xf6 16.Lxf6 und erneut wird es luftig um den Schwarzen König. Das natürlichere 16. …Shg6 wird mit Dh6 und folgendem forciertem Matt beantwortet, während 16. …Seg6 einfach die Dame und damit vermutlich direkt die Partie verliert. Die Verwicklungen waren schön, aber sehr schwer zu sehen und kaum im Vorhinein genau zu beurteilen, daher sollte die vermisste Gelegenheit verschmerzbar sein. Oliver entschied sich in der Partie für 11. Sg3. In den nachfolgenden Zügen stieg der Druck auf den schwachen Bauern e5, doch Olis Gegner hatte eine kleine taktische Finesse im Hinterkopf mit der er Oliver köderte. Mit 14. …Lxf2! holte sich Schwarz das Material zurück und sicherte sich mindestens gleiche Chancen in der entstehenden Stellung. Ein paar Züge später gab Schwarz erneut mit 18. … Te8 eine Einladung, denn mit 19. Se4 und folgendem d4 wird nicht nur die wacklige Position des schwarzen schwarzfeldrigen Läufers hervorgehoben, sondern auch der Weg für einen aussichtsreichen Angriff auf den Schwarzen König geöffnet. In der Partie entschied sich Oliver allerdings dafür die bisher nicht ausgeführte Bauernverdopplung durch Lxg3 mit dem Entwicklungszug 19. Lf4 zu parieren, was ihm ebenfalls – vor allem nach den ungenauen Fortsetzungen seines Gegners Vorteil verschaffen konnte. Olivers Entscheidung im 23. Zug nicht mittels 23. Txf5 die Qualität für gute Kompensation und Angriff zu opfern zahlte sich sofort aus, als Schwarz prompt die Kraft der weißen Dame auf der langen Diagonale übersah und mit 23. … Se5 eine volle Figur einstellte, die sich Oliver mit 24. Lxe5 Txe5 25. Dxa8+ unverzüglich einverleibte. Mit einem ganzen Turm im Hintertreffen und ohne Gegenspiel hielt Schwarz nur noch wenige Züge durch, ehe er aufgab. Ein motivierender und schöner Start für Oliver!

Paarungen Runde 1

Daumen drücken für die DJEM

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von Christian Göppinger am Samstag 12.5.2018 19:00

Bald beginnt die Schlacht auf 64 Feldern


Die Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften stehen kurz bevor. Ab dem 19. Mai versammeln sich schachbegeisterte Nachwuchstalente aus ganz Deutschland in Willingen für ein reichhaltiges Turnierangebot. Über 650 Spieler aus 17 Verbänden werden erwartet, darunter auch Oliver Schwartz für Ostfildern.

Bei seiner bereits dritten Teilnahme an der DJEM gilt es gegen insgesamt 55 Kontrahenten in der U12 am Brett sein Können unter Beweis zu stellen. Das Spielerfeld ist bemerkenswert stark besetzt dieses Jahr und der zahlenmäßige Turnierfavorit bringt gewichtige 2195 DWZ und 2198 Elo auf die Waage, was ihn mit rund 230 DWZ vom Zweitgesetzten abgrenzt.

Oliver belegt innerhalb der letzten veröffentlichten Setzliste mit 1625 DWZ Platz 35, rutschte aber in näherer Vergangenheit leider auf 1512 DWZ ab. Daher kommt die DJEM mit zahlreichen DWZ-starken Gegner für eine erfolgreiche Aufholjagd sehr gelegen, zumal im Jugendschach größere Fluktuationen und Überraschungssiege kein seltenes Bild darstellen.

Wer die Partien und das Turniergeschehen verfolgen möchte findet hierzu auf der Seite des Deutschen Schachjugend Gelegenheit. Rundenberichte und Einblicke in Olivers Partien werden hier zeitnah folgen.

Wir drücken unserem Nachwuchstalent fest die Daumen!
Die erste Runde beginnt am 20. Mai um 8.30 Uhr.

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