DVM-U14: Couragierter Start ins Turnier

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von Jürgen Gatter am Donnerstag 24.6.2021 17:20
Wie schon vermutet, gab es noch die ein oder andere Veränderung an der Startrangliste, wobei sich an der Spitze relativ wenig geändert hat. Wir rückten allerdings 2 Startplätze nach vorne was zur Folge hatte, dass wir uns mit dem Dritten der Rangliste auseinandersetzen mussten: SC Borussia Lichtenberg, einer der vier Vertreter aus Berlin.

Der Gegner bot eine sehr junge Mannschaft auf, Brett 1 sowie 3 und 4 könnten vom Jahrgang auch in der U12 antreten. Interessanterweise wären sie mit diesen 3 Spielern sowie weiteren 3 Jugendlichen mit DWZ über 1300 deutlich die stärkste Mannschaft in der U12, gemeldet respektive qualifiziert sind sie aber "nur" für die U10 sowie eben die U14 (sowie gleich zweimal(!) in der U20w, einer Klasse für die sich in Württemberg überhaupt kein Verein fand).

Klarer Favorit mit einem DWZ-Vorsprung von 235 war natürlich der Gegner. Die Partien der Runde, sowie natürlich aller weiteren Runden findet man unter https://www.deutsche-schachjugend.de/2020/dvm-u14/, sowie auch mit rudimentärer Computerbewertung auf chess24.com.

Leon an Brett 4 geriet direkt nach der Eröffnung am Damenflügel unter positionellen Druck, was erst einen Bauern; und dann durch einen etwas optimistischen Königszug auch die Dame gegen Turm und Läufer kostete. Da auch danach die Aktivität eher beim Gegner lag, spielten wir mit dem Rücken an der Wand und mussten dem überlegenen Gegner zum Sieg gratulieren.

Romeo (Brett 3) konnte seine Partie über lange Strecken ausgeglichen gestalten, Im Endspiel Turm und ungleichfarbige Läufer übernahm aber der Gegner die Initiative, wobei er aber den ein oder anderen besseren Zug ausließ. In der entscheidenden Stellung im 39.ten Zug kann Romeo mit Weiß entweder mit dem König beim Bauern bleiben, oder sich von ihm entfernen. Zweiteres sah wenig intuitiv aus, da der wichtige Bauer scheinbar schutzlos bleibt. Aber da er nicht so einfach angegriffen werden kann, wäre das richtig gewesen, denn nach dem gespielten Zug Kf1 konnte Schwarz mit dem stillen Zug Lc3 ein Mattnetz stricken, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Durch den Rückstand war Ivan gezwungen, weniger sein Heil in Dauerschachs zu suchen, als denn selbst auf Gewinn zu spielen. Dazu musste man aber dem Gegner die Initiative überlassen, und das ging leider nicht gut. Ivan stand über weiter Strecken der Partie klar besser; allerdings in komplizierter Stellung. Die gewählte Abwicklung war leider nicht optimal, so dass die Partie über den ein oder anderen Umweg in ein vermutlich ausgeglichenes Damenendspiel mündete. Wirklich schade, dass die starke Partie keine zählbaren Resultate lieferte.

Einen grossartigen Erfolg konnte Oliver am Spitzenbrett verbuchen und sich einen 2100er-Scalp ans Revers heften. Magnus Ermitsch stand nie wirklich besser und verlor erst den wichtigen a-Bauern und musste anschliessend zulassen, dass Olivers Schwerfiguren in die schwarzen Gefilde eindrangen. Das war letztlich spielentscheidend. Herzlichen Glückwunsch!

In der Nachmittagsrunde geht es aktuell gegen die nur geringfügig schwächer eingestuften Düsseldorfer.